Montag, 7. Februar 2011

Bartonellen können auf den Fötus übertragen werden und Totgeburten verursachen

Forscher der North Carolina State University haben entdeckt, dass Bartonellen (eine häufige Co-Infektion zur Borreliose) auf Föten übertragen werden können, dabei verursachen sie chronische Infektionen und möglicherweise Totgeburten.

Dr. Ed Breitschwerdt, einer der führenden Bartonella-Experten weltweit, entdeckte chronische Fälle von Bartonellose bei Kindern und Erwachsenen. Und das, obwohl man bislang glaubte, die - im Volksmund - auch Katzenkratzkrankheit genannte sei selbstlimitierend. Die von ihm untersuchten Patienten litten an Infektionen mit Bartonella-Stämmen, die häufig von Katzen, Hunden oder Flöhen übertragen werden (B. henselae, B. vinsonii u. a.).

In seiner jüngsten Fallstudie, untersuchte das Breitschwerdt-Forschungsteam über Jahre hinweg Blut und Gewebeproben einer Mutter, eines Vaters und eines Sohns, die seit 10 Jahren unter einer chronischen Erkrankung litten. Die Autopsieproben der Zwillingstochter, die kurz nach der Geburt gestorben war, enthielt den DNA-Nachweis von Bartonella henselae und B. vinsonii subsp. berkhoffi, wie sie auch bei den anderen Familienmitgliedern gefunden worden waren.

Beide Elternteile litten vor der Geburt der Zwillinge an wiederkehrenden neurologischen Symptomen, einschließlich Kopfschmerzen, Gedächtisproblemen, Kurzatmigkeit, Muskelschwäche und Erschöpfung. Ihr 10 Jahre alter Sohn ist seit der Geburt chronisch krank; die Zwillingstochter starb 9 Tage nach der Geburt an einem Herzdefekt. Beide Kinder wurden noch im Uterus mit Bartonellen infiziert.

Breitschwerdts Forschungsergebnisse erschienen im Journal of Clinical Microbiologie. Siehe hier: http://jcm.asm.org/cgi/content/abstract/48/6/2289

"Dies ist ein weiterer Nachweis, dass Bartonellen chronische intravaskuläre Infektionen bei Menschen mit einem normalfunktionierenden Immunsystem auslösen können. Infektionen, die länger als 10 Jahre anhalten können", sagte Breitschwerdt.

Im Chirurgie-Portal/ Infektionen liest sich das alles noch so:

Genaue Zahlen zur Inzidenz der Erkrankung beim Menschen liegen aus Deutschland noch nicht vor. In den USA wird von jährlich 22.000 ambulanten und 2000 stationär behandelten Fällen an KKK ausgegangen. Familiäre Häufungen wurden insbesondere nach dem Neuerwerb eines Kätzchens beschrieben. B. henselae wird in den meisten Fällen durch Beißen oder Kratzen von Katzen übertragen. Bei einem Viertel der Patienten lässt sich jedoch anamnestisch keinerlei Kratzverletzung nachweisen, so dass der Ansteckungsweg unklar bleibt.

Ansteckungsweg unklar? Wie wäre es, wenn man sich endlich mal der Tatsache bewusst wird, dass die Bartonellose eine klassische Ko-Infektion durch Zeckenstiche ist? Dass es keine genauen Zahlen zur Inzidenz in Deutschland gibt, ist nur konsequent. Zur Borreliose, Babesiose und anderen Ko-Infektionen gibt es die ja auch nicht. Da bleibt man einfach nur der Linie treu.

Bei Wissen.de spottet das Wissen über Bartonellose jeder Beschreibung. Dort liest der Interessierte, dass die Bartonellose nur in bestimmten Ländern Südamerikas vorkommt. Die AOK weiß über die Bartonellose noch besser Bescheid. Sie vermeldet auf ihrer Website:

Die Bartonellose ist unter globalen Gesichtspunkten gegenwärtig nur von geringer klinischer und epidemiologischer Bedeutung, da sie in erster Linie in der Andenregion Südamerikas beobachtet wird.

Andenregion? Ja nee, iss klar.