Samstag, 4. September 2010

Teil 3 Ernährung in Zeiten chronischer Entzündung...


Die Ernährung in Zeiten chronischer Entzündungen oder, was benötigt mein borreliosegeplagter Organismus?

Heute geht es in meiner kleinen Reihe um Glutamin. Für alle, die Teil 1 verpasst haben, einfach hier nachlesen, wie wertvoll Arginin gerade bei chronischen Entzündungen ist und in Teil 2, wie wichtig Cystein für abwehrgeschwächte Patienten ist.

C5H10N2O3 – nein, das muss man sich nicht merken, das ist jedoch die Summenformel für die Aminosäure Glutamin, mit der wir uns ein wenig beschäftigen werden. Genauer mit Glutaminsäure.

Ein Mangel an Glutamin erhöht die Infektanfälligkeit und schwächt das Immunsystem, denn Glutamin stärkt das Wachstum und die Differenzierung von T- und B-Lymphozyten. Vor allem schnell teilende Zellen, wie die Zellen des Immunsystems, haben einen hohen Glutaminbedarf. In geringen Mengen kann der Körper Glutamin selbst herstellen, bei chronischen Erkrankungen jedoch ist die eigene Produktion oft nicht mehr ausreichend.

Patienten, mit großflächigen oder vielen Verletzungen erleiden häufig Infektionen. Bei ihnen hat man immer auch einen Glutaminmangel festgestellt. Eine Studie ergab, dass eine Glutaminzufuhr die Infektionsgefahr deutlich verringert. Glutamingabe bei Polytrauma - weniger Komplikationen? (Deutsches Ärzteblatt). Und: Intensivmedizin: Patienten profitieren von Glutamin.
Glutamin, wirkt aufbauend auf die Muskulatur, hemmt den Muskelabbau und sorgt für eine schnellere Regeneration. Außerdem stärkt Glutamin – zusammen mit Cystein die Darmschleimhaut.

Glutaminsäure ist ein wichtiger Überträgerstoff im Gehirn, fördert daher die Lern;- Konzentration;- und Gedächtnisfunktion Glutamin wirkt entzündungshemmend und unterstützt die physiologische Entgiftung.

Wie kann man die Glutamin(säure)-Zufuhr erhöhen? In Quark, Sojaprodukten, Fleisch und Mais ist recht viel Glutamin. Es geht natürlich auch bequem über Nahrungsergänzungsmittel.

Referenzen:
Haussinger D.: Glutamine Metabolism in Mammalian Tissues; Springer-Verlag; 1984
Martinez-Hernandez A. et al.: Glutamine synthetase: glial localization in brain; Science; 1977; 195(4284); S. 1356-1358

Das Kleingedruckte: Die Autorin hat diese Informationen sorgfältig zusammengestellt; sie übernimmt jedoch keine Gewähr für deren Aktualität, Korrektheit und Vollständigkeit. Die Autorin übernimmt keine Haftung für die Nutzung oder Nichtnutzung der Informationen bzw. für Schäden, die durch den mittelbaren oder unmittelbaren Gebrauch der Informationen entstehen. Die Informationen sind weder Ersatz für eine professionelle Beratung/Behandlung durch approbierte Ärzte, noch dürfen aufgrund der Informationen eigenständig Diagnosen und Therapien begonnen oder abgesetzt werden.
© 2010, by Lisalina, Borreliose-epidemie.blogspot.com

Freitag, 3. September 2010

Antibiotikum Tigecyclin - Sterberisiko erhöht?

Bin heute auf diese Meldung des Deutschen Ärzteblatts gestoßen: Die US-amerikanische Arzneibehörde FDA rät dringend zu einem umsichtigen Einsatz des Reserveantibiotikums Tigecyclin. Anlass ist ein erhöhtes Sterberisiko in klinischen Studien.
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/42580/Reserveantibiotikum_Tigecyclin_erhoeht_Sterberisiko.htm

Ich kann mich erinnern, dass manche "Borrelianer" ihre Hoffnung auf Tigecyclin gesetzt haben. Diese Nachricht hier ist leider nicht ermutigend.

Sonntag, 29. August 2010

Neues Zentrum für Infektionsforschung?

"Infektionskrankheiten gehören in Deutschland und weltweit zu den häufigsten Todesursachen und Erkrankungen mit hoher Krankheitslast", weiß das Bundesforschungsministerium. Daher soll nun ein neues Zentrum für Infektionsforschung geschaffen werden. "Wesentliches Ziel der Forschung ist es, Grundlagen zu schaffen, um der globalen Ausbreitung von Infektionskrankheiten und der zunehmenden Resistenz von Krankheitserregern gegen Antiinfektiva entgegenzuwirken", heißt es weiter.

Ich nehme noch Wetten an, ob auch zur Lyme-Borreliose geforscht werden wird! Na, wer will wetten? ;-)

Angesichts der öffentlichen Diskussion um die Krankenhaushygiene wette ich, dass man sich eher den nosokomialen Infektionen zuwenden wird, ober vielleicht mal wieder dem Lassa-Fieber oder Ebola? Wir dürfen gespannt sein, gell?

Die leistungsstärksten deutschen Forschungsstätten sollen in diesem neuen Zentrum der Infektionsforschung zusammengeführt werden, um "die Bevölkerung wirksamer vor bakteriellen, viralen, parasitären und durch Pilze verursachten Infektionskrankheiten zu schützen"

Alles Weitere ist hier nachzulesen: http://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/2378.php

Kein Geld für Borrelioseforschung?

Zur weiteren Erforschung der Lyme-Borreliose oder anderer zeckenübertragener Infektionen gibt die Bundesregierung kein Geld aus. Handlungsbedarf sieht man stattdessen wohl bei "exotischen" Virus-Infektionen wie dem Ebola-Virus. Kein Wunder. Auftraggeber ist das Bundesverteidigungsministerium! Eine interessante Art der Rüstungsforschung, oder?

Laut einer kleinen Bundestagsanfrage, Drucksache 16/ 13076, vom 19.05.2009 erhielt das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin im Jahr 2005 knapp 100.000 Euro, dann im Folgejahr über 160.000 Euro, gefolgt von über 180.000 Euro im Jahr 2007 vom Bundesministerium der Verteidigung (!) zur Testung, Entwicklung antiviraler Substanzen zur Behandlung von Lassa-, Ebola- und Krim-Kongo-hämorrhagischem Fieber, für die Entwicklung eines sensitiven enzymatischen Rheumafaktor-Testes zum Nachweis von Antikörpern gegen Lassa- und Ebola-Virus in menschlichen Seren und Herstellung monoklonaler Antikörper gegen Krim-Kongo-hämorrhagisches Fieber-Virus sowie für die Herstellung von Virusstandard-Präparationen und Entwicklung von Immunfluoreszenz-Biochip-Mosaik-Objektträgern für virale hämorrhagische Fieber-Viren.

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/130/1613076.pdf - nachzulesen auf Seite 5!

Auch das RKI ist mit anderen Dingen als mit Borrelioseforschung beschäftigt. Über 100 Millionen Euro müssen für ein neues Hochsicherheitslabor nahe Berlin locker gemacht werden. Das Robert Koch Institut (RKI) beantragte 2007 beim zuständigen Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) ein derartiges Labor. Es wäre übrigens das einzige Hochsicherheitslabor der Bundesregierung. Gefährliche Erreger wie Ebola, Krim Kongo, Sars oder Lassa-Viren könnten dann schneller vom RKI untersucht werden; die Proben müssten nicht erst – wie bisher – nach Hamburg oder Marburg geschickt werden.

Baubeginn war im Jahr 2009; die Fertigstellung ist für das Jahr 2011 avisiert. Das Hochsicherheitslabor wird als Fachbereich ZBS-5 dem Zentrum für Biologische Sicherheit zugeordnet. http://www.welt.de/regionales/berlin/article961640/Berlins_geheimstes_Labor.html