Samstag, 28. August 2010

Bundespressekonferenz des Deutschen Borreliose und FSME Bunds

Auf der Website des BFBD und natürlich hier http://www.pressekonferenz.tv/ kann man den gesamten Verlauf der Bundespressekonferenz des BFBD verfolgen.

Sonntag, 22. August 2010

Teil 2 Ernährung in Zeiten chronischer Entzündung...

Die Ernährung in Zeiten chronischer Entzündungen oder, was benötigt mein borreliosegeplagter Organismus?

Heute geht es in meiner kleinen Reihe um Cystein. Für alle, die Teil 1 verpasst haben, einfach hier nachlesen, wie wertvoll Arginin gerade bei chronischen Entzündungen ist.

Die Aminosäure Cystein gehört zwar nicht zu den essentiellen Aminosäuren, das heißt, der Körper kann Cystein normalerweise selbst aus Methionin und Serin herstellen, allerdings kann es durchaus zu Methionin-Mangelerscheinungen kommen und dann wird auch die Cystein-Bildung gehemmt.

Insbesondere bei chronischen Erkrankungen (z. B. bei chronischer Lyme-Borreliose), bei Infektionsanfälligkeit, Lebererkrankungen, bei Stress und körperlichen Traumata oder durch Chemo- und Strahlentherapien benötigt und verbraucht der Organismus große Mengen Cystein. Hier kann eine zusätzliche Zufuhr sehr sinnvoll werden.

Zusammen mit Glutaminsäure und Glycin bildet Cystein das wichtige Antioxydans Glutathion. Je mehr Cystein dem Organismus zugeführt wird, desto mehr Glutathion kann der Organismus herstellen.

Doch zurück zum Cystein: Es entfaltet eine stark schützende Wirkung vor freien Radikalen und verringert die toxische Wirkung von Chemikalien, insbesondere Schwermetallen. Daher wird Cystein beispielsweise auch als Medikament gegen Silber- oder Kupfer-Vergiftungen verwendet oder soll als starkes Antioxidans Strahlenschäden vorbeugen. Siehe auch: http://www.mib-institut.de/de/5_28_8.html

Kein Wunder, dass Aminosäuren gerne zur begleitenden Therapie von Krebserkrankungen eingesetzt werden: http://www.d42.onlinehome.de/ortnem.pdf

Inzwischen glaubt man, dass Cystein auch neurodegenerativen Erkrankungen, wie Multiple Sklerose, Alzheimer, Parkinson u. a., vorbeugen und man auch Entzündungskrankheiten ergänzend mit Cystein therapieren kann.

Ein Mangel an Cystein bewirkt eine Verminderung der natürlichen Killerzellen. Hinzu kommt, dass Glutathion (Cystein + Glutaminsäure + Glycin = Glutathion) die Funktion der weißen Blutkörperchen verstärkt. Das mithilfe des Cysteins gebildete Glutathion hat eine stark entgiftende und das Immunsystem stabilisierende Funktion.

Das bekannte ACC oder NAC als Schleimlöser wird übrigens aus L-Cystein hergestellt. Denn:
„Acetylcystein (NAC) wirkt aufgrund seiner antioxidativen Eigenschaften lokal entzündungshemmend (Ungemach 1999g). Diese Wirkung beruht darauf, dass Acetylcystein als Vorläufer von Glutathion dient, einem Hauptbinder der freien Sauerstoffradikale, wie sie bei Entzündungen vorkommen (Boothe 1995e)“, wie man unter: http://www.vetpharm.uzh.ch/reloader.htm?wir/00000061/6911_02.htm?wir/00000061/6911_00.htm nachlesen kann.

Cystein kann zu Taurin (einer anderen Aminosäure) umgewandelt werden, das wiederum für das Nerven- und Herz-Kreislaufsystem als auch für die Funktion der Sehzellen wichtig ist. Auch wenn wir auf Taurin in einer anderen Folge eingehen werden, Leckermäulern sei schon mal gesagt, dass Taurin die Fettverbrennung anregt und Gallensteine verhindern helfen kann.

Ein Tipp noch für meine weiblichen Leser, insbesondere jene, die sich schon mal mit dem Thema Cellulite beschäftigt haben: Cystein verleiht dem Bindegewebe besondere Festigkeit. Es wird daher auch gerne für Kosmetikpräparate für die Haut und Haar verwendet.

Vor allem in Milchprodukten, Fleisch, Eiern, Mais und Hafer findet man Cystein. Natürlich kann man Cystein auch als Pulver oder Kapseln zu sich nehmen. In hohen Konzentrationen hemmt Cystein die Wirkung von Insulin. Diabetiker sollten es mit der Cystein-Einnahme also nicht übertreiben.

Referenzen

Binet L. & Wellers G.: The presumed role of glutathion in the transport of free cysteine towards the tissue proteins; J Physiol 1955; S. 100-101
Bonnefoy M. et al: Antioxidants to slow aging, facts and perspectives; Presse Med. 2002; S. 1174-1184
Huxtable, R.: Taurine 2 - basic and clinical aspects Vol. 403; Springer-Verlag 1996; 676 Seiten)
Burgersteins Handbuch Nährstoffe, Haug Verlag 2002
U. Gröber: Orthomolekulare Medizin, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart 2008

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