Mittwoch, 10. Februar 2010

Interessenskonflikte? Die Autoren der IDSA-Leitlinien

Ja, ich gebe meine Interessenskonflikte zu. Sie sind gewaltig, denn ich habe Lyme-Borreliose!

Doch wie steht's im Einzelnen mit den lieben Leitlinienautoren?
Heute möchte ich über ein paar Details zu den Interessenskonflikten der tollen IDSA-Leitlinienautoren berichten.

Beginnen wir mit Dr. Gary P. Wormser. Er führte klinische Studien zum Impfstoff ImuLyme durch (Pharmafirma Pasteur, Merieux, Connaught). Er wurde bzw. wird immer noch von Patienten verklagt, die behaupten, er habe ihre Beschwerden während der klinischen Studien verschwiegen und nicht gemeldet. Erbegutachtete für den Pharmariesen Glaxo die klinischen Studien für Ceftin (Wirkstoff Ceftriaxon).

Das gleiche gilt für Robert B. Nadelman.

Kommen wir zu Raymond J. Dattwyler. Seine Firma Brook Biotechnologies produzierte gleichzeitig Borreliose-Testkits und Impfstoffe. Gegenwärtig bezieht er bundesstaatliche Mittel, um Gewinn aus seinem Patent Nr. 5,571,718 zu ziehen. Er schuf eine Reihe diagnostischer Tests, einschließlich eines Tests, der zwischen Geimpften (OspA-Impfstoff, SmithKlineBeecham) und Erkrankten unterscheidet.

Eugene D. Shapiro. Wurde/wird von großen US-Versicherungsgesellschaften bezahlt, um deren Borreliose-"Politik" zu formulieren. Yale University, ihr Arbeitgeber, war eng mit dem OspA-Imfpstoff LYMErix verbandelt. Im Dezember 2000 äußerte sie sich im ELLE Magazin: Lyme-Borreliose sei ein Magnet für Hypochonder. Leute sagen lieber, ich denke, ich habe Lyme-Borreliose, als "ich werde langsam alt und müde". Danke Mrs. Shapiro!

Zu Allen Caruthers Steere und den anderen komme ich beim nächsten Mal!

IDSA Leitlinien... sie können es einfach nicht lassen!

Am 1. Februar sah sich der Justizminister von Connecticut, Richard Blumenthal, mal wieder gezwungen, die IDSA anzuschreiben.

Worum ging es? Im Sommer 2008 hatte die IDSA sich einverstanden erklärt (erklären müssen), die Leitlinien erstens einer Anhörung und Überprüfung zu unterziehen und sich zweitens an ein bestimmtes Abstimmungsprozedere zu halten.
Beispielsweise sollten auf die Frage, ob jede der Leitlinien-Empfehlungen "medizinisch/wissenschaftlich" im Licht der Evidenz und zur Verfügung stehenden Informationen gerechtfertigt ist, mindestens 6 von 8 Gremiumsmitglieder dafür stimmen, um jene einzelne Empfehlung stehen zu lassen. Die zweite Abstimmung betrifft die Frage, ob die Leitlinien unverändert, teilweise geändert oder komplett überarbeitet werden müssen? Auch hier bedarf es einer Supermehrheit von 6 der 8 Stimmen.

Die IDSA führte einfach beide Abstimmungen zu einer zusammen. So wurde gar nicht darüber abgestimmt, ob die wissenschaftlichen Unterlagen die empfohlenen Leitlinien ausreichend stützen und im nächsten Schritt, wurde für jede kleinste Änderung eine angebliche Supermehrheit benötigt. Was dazu führt, dass eine Mehrheit für "keine Änderung der Leitlinien" zustande käme.

Halten wir fest: Freiwillig hält sich die IDSA in keinster Weise an die Vereinbarung mit Richard Blumenthals Ministerium. Und beinahe wäre es gelungen, durch korrumpierte Abstimmungen, für den Fortbestand der Leitlinien zu sorgen. Es muss ernsthaft bezweifelt werden, ob die IDSA in der Lage und Willens ist, den weiteren Prozess in der Vereinbarung mit dem Justizministerium von Connecticut sauber durchzuführen.
http://www.lymedisease.org/news/lymepolicywonk/336.html