Mittwoch, 3. Februar 2010

Zum Mutmachen 2. Es wird geforscht, z. B. fand man heraus, dass...

Von 20 Borrelienstämmen, nur 4 wirklich gefährlich sind.
Vor Jahren bereits hatte der Student Wie Gang Qiu an der US-Ostküste Zecken gesammelt, sie analysiert und die Borrelienstämme isoliert. Schließlich fokussierten sich die Wissenschaftler auf 20 Stämme, alle mit unterschiedlichem OspC. Luft von Stonybrook erkannte, dass 6 davon nicht humanpathogen waren und 10 lediglich eine Wanderröte hervorriefen.
Nur 4 der 20 Stämme infizierten nicht nur die Haut, sondern weiteres Gewebe wie z. B. das Herz, Gehirn und die Gelenke. Der virulenteste Stamm war der prototypische B31, eine Version von B. burgdorferi, den Jorge Benach bereits gefunden und Burgdorfer 1981 isoliert hatte.
Doch was unterscheidet B31 und die anderen invasiven Stämme? Luft bildete ein Team, u. a. mit dem Immunologen Steven Schutzer, Claire Fraser (Genomic Research, Maryland), Dick Smith, einem Top-Experten in Proteomics (Studium der Proteine) und Sherwood Casjens (Utah), der – zusammen mit Fraser – 1998 das Genom von B burgdorferi vollständig entschlüsselte.
Das Team fand heraus, dass die invasiven Stämme nicht nur klonal sondern in der Lage waren, sich genetisch untereinander auszutauschen. Eine Form der sexuellen Reproduktion. Anders als andere Spirochäten, trugen sie negativ geladene OspC-Moleküle mit einer veränderten 3-D-Struktur. Es war die veränderte Struktur, dachte Luft, die es diesen Spirochäten erlaubt, durch Haut und jedes andere Gewebe einzudringen, sich tief im Wirt zu „vergraben“ und die Dissemination der Borreliose gewährleistete.
Die Auswirkungen dieser Erkenntnisse sind überaus tiefgreifend. Doch dazu im nächsten Posting mehr...