Donnerstag, 7. Januar 2010

9 von 10 Ärzten, die med. Leitlinien verfassen...

haben enge Verbindungen zur pharmazeutischen Industrie und verheimlichen diese finanziellen Verflechtungen!

Bei Recherchen fand ich einen New York Times-Artikel, der über eine Studie mit 192 Ärzten, die 42 Leitlinien schrieben (von Therapierichtlinien für Asthma über Depression, Diabetes bis zur Lungenentzündung u. a. ) berichtet, die ein Forschungsteam der Uni Toronto durchführte. Von den 100 Ärzten, die antworteten, gaben 9 von 10 zu, dass sie Forschungsgelder, Reisekostenerstattungen, Beratungshonorare u. v. m. von Pharmafirmen erhielten. 6 von 10 unterhielten diese wirtschaftlichen Beziehungen zu Herstellern von Medikamenten, die sie dann auch selbst in den Leitlinien empfehlen. Von 44 Leitlinien wurde nur in einer ein potenzieller Interessenskonflikt vermerkt.

Medizinische Leitlinien setzen Standards für die Behandlung einer Krankheit und viele Ärzte folgen diesen Leitlinien. Wenn nun aber ein Großteil dieser Leitlinien durch Beziehungen zu Big Pharma beeinflusst sind (Borreliose ist ja nur ein Beispiel!), kann man sich vorstellen, wie brauchbar diese Therapieanweisungen sind. Vor allem fragt man sich, wie es um die Integrität der wissenschaftlichen Forschung bestellt ist, wenn man bedenkt, dass diese zum großen Teil über Pharmafirmen finanziert wird (dieser Umstand ist in Deutschland noch schlimmer als in den USA, wo immerhin staatlich geförderte Forschung stattfindet.)

Nur 7 % dieser Ärzte in der Studie glauben, dass ihre Beziehung zur Industrie ihre Behandlungsempfehlungen beeinflusst; obwohl 19 % aussagen, dass die finanziellen Interessen ihrer Kollegen die Therapieempfehlungen beeinflussen.

Und ein Sprecher der Pharmaceutical Research und Manufacturers Association ließ sich zu der Aussage verleiten: Zuviele Auschlüsse (von Ärzten wg. finanzieller Verflechtungen) könnte bedeuten, dass es hochangesehenen Experten nicht mehr gestattet sein würde, an diesen wichtigen Leitlinien zu arbeiten.

Mundus vult decipi! Die Welt will betrogen sein...

Quelle: http://www.nytimes.com/2002/02/06/us/study-says-clinical-guides-often-hide-ties-of-doctors.html

Sonntag, 3. Januar 2010

Ärzte verschreiben häufiger Antibiotika bei hoher Anwaltsdichte

Ich hoffe, all meine Leser/-innen sind gut in's Neue Jahr gekommen?! Hoffen wir, dass das neue Jahr uns viel Gutes bringen wird; sowohl für jeden Einzelnen persönlich, gesundheitlich als auch beruflich bzw. die eigene Entwicklung betreffend. Wir werden hoffentlich bald Informationen über das Ergebnis der IDSA-Anhörung bekommen und vielleicht auch gesundheitspolitisch Fortschritte machen; der BFBD ist jedenfalls sehr rührig! Lassen wir uns überraschen!
Wilhelm Busch sagte so schön: " Stets findet Überraschung statt, da, wo man's nicht erwartet hat."

In diesem Sinne - alles Gute für 2010!

Bin neulich über folgende (kuriose) Meldung gestolpert:
Forscher des New York Medical College wollen herausgefunden haben, dass Ärzte insbesondere dann häufiger Antibiotika verschreiben und indirekt für antibiotika-resistente Keime sorgen, wenn es besonders viele Anwälte im jeweiligen Land gibt.

In der September/Oktober-Ausgabe des "American Journal of Therapeutics" schreiben die Wissenschaftler über ihre Analyse. Sie verglichen dabei Statistiken über Anwalts- und Ärztedichte sowie Daten über den Antibiotikaverbrauch in den USA, Kanada und 15 Europäischen Ländern. Dann verglichen sie diese Daten mit dem Prozentsatz an MRSA-Keimen (Staphylokkus Aureus). Und siehe da: Es gibt angeblich eine starke Korrelation zwischen dem Vorhandensein von MRSA-Keimen und der Anzahl der Anwälte in Europa und Nordamerika. Keine Korrelation ergab sich hingegen aus der Anzahl der Ärzte und der Prävalenz von MRSA-Erregern. Nachzulesen auf: http://www.sciencedaily.com/releases/2009/12/091218163643.htm