Montag, 20. Dezember 2010

Deutsche Borreliose Gesellschaft - Neue Leitlinien zur Diagnose und Behandlung!

Die Deutsche Borreliose Gesellschaft e. V. hat dankenswerterweise neue Leitlinien zur Diagnose und Therapie der Lyme Borreliose erarbeitet.

Für alle, die Ihre Ärzte informiert halten wollen: hier könnt Ihr die neuen Leitlinien herunterladen.

Damit dürften sich die fragwürdigen, als Leitlinien getarnten, Empfehlungen der Dermatologen (kutane Borreliose) und der Neurologen erledigt haben. Angesichts einer Multiorganerkrankung war es ja mehr als zweifelhaft, diese Erkrankung allen Ernstes nur durch die Facharztbrille zu betrachten.

Ich gehe jetzt erst mal in die Weihnachtspause.
Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich eine Riesenpackung Gesundheit für das Neue Jahr. Mögen auch all Eure Pläne und Vorhaben gelingen. Und nicht vergessen: Heiter bleiben! :-)

Sonntag, 12. Dezember 2010

Das neue Fachjournal "Ticks and tick-borne Diseases"

Seit diesem Jahr gibt es das Fachjounal "Ticks and tick-borne Diseases". Dort sollen, im besten Fall, neue Studienergebnisse zum Thema Zecken und zeckenübertragene Krankheiten veröffentlicht werden. Das Magazin richtet sich an klinische Mikrobiologen, Infektionsbiologen, Immunologen, Virologen, öffentliche Gesundheitsbehörden, Veterinärwissenschaftler, Biologen und Zoologen mit dem Forschungsschwerpunkt Zecken und zeckenübertragene Pathogene.

Wer meint, die dort veröffentlichten Studienthemen könnten neue interessante Erkenntnisse zur Diagnostik, Therapie oder Pathogenese der Lyme-Borreliose bringen, sollte seine Erwartungen besser bis in den Minusbereich zurückschrauben.

Wer sich aber schon immer brennend für den "Vergleich zwischen Fangmethoden für freilebende Zecken im Amazonaswald" interessiert hat, wird fündig. Auch die Erkenntnisse über "Nymphen der Gattung Amblyomma (Acari Ixodidae) aus Brasilien: Beschreibung, Wiederbeschreibung und Identifizierung" sind sicher eine spannende Bettlektüre. Das hilft zwar weder Patienten, noch Ärzten, aber das ist vermutlich auch zuviel erwartet. Wer möchte, wirft nämlich einfach mal einen Blick in die Zusammensetzung des redaktionellen Beirats. Na? Welche Namen findet Ihr? Jaha. Richtig! Steere, Fish, Stanek. Als Mitherausgeber fungieren unter anderem Wormser und Strle. Und was haben diese Personen miteinander gemein? Richtig! Sie sind allesamt IDSA-Leitlinienautoren.

Dieses Journal unterstützt die Verbreitung der "reinen Lehre". Wer schon keine abweichenden Meinungen bei der IDSA-Leitlinienerstellung und späteren Prüfung duldete, wird sie vermutlich auch nicht bei der Zulassung neuer Studienergebnisse erlauben, gell?

Ach ja, natürlich veröffentlicht man nur "peer-reviewed" Artikel. Wer die "Peers" sind, ahnt man. Die IDSA-Lyme-Welt ist ja nicht sehr groß. Und so fungieren die altbekannten Lyme-Experten mal wieder als Torwächter. Wie das peer-review-System funktioniert, oder besser, nicht funktioniert, darüber gibt's beim nächsten Mal noch etwas zu lesen.

Sonntag, 5. Dezember 2010

Borreliose-Forschung in Deutschland ist tot...

glauben viele. Im Prinzip mag das stimmen, aber wie das kleine gallische Dorf, das Widerstand leistet, gibt es immer wieder auch wissenschaftliche Arbeitsgruppen, die nicht unter dem seit Jahren grassierenden "Viren-Tunnelblick" leiden, sondern sich den offensichtlich aus der Mode gekommenen Spirochätenbakterien widmen.

Die Arbeitsgruppe Infektionsimmunologie um Professor Dr. Wallich an der Uni Heidelberg ist so ein Leuchtturm in der Dunkelheit. Unter dem Förderkennzeichen DFG Wa533/7-1 u. Wa533/8-1 charakterisiert man dort neue Borrelia burgdorferi-Antigene für die Impfstoffentwicklung und untersucht die Pathogenese sowie die Escape-Mechanismen bei der Lyme Borreliose.

Ich will mal kurz zusammenfassen, was man herausgefunden hat:

Ein Teil unseres Immunsystems ist immer aktiv. Das ist das Komplementsystem. Damit unser Körper nicht durch die eigenen Zellen dieses Komplementsystems angegriffen werden kann, sind diese Zellen durch Eiweiße geschützt. Unser Körper kann damit weiter zwischen "Gut" und "Böse" unterscheiden.

Borrelia burgdorferi bilden an ihrer Oberfläche genau diese Eiweiße aus, so dass unser Immunsystem sie gar nicht als "böse" erkennt. Das Immunsystem greift nicht an und so überleben diese Tarnkünstler problemlos in unserem Körper. Die Forscher haben das natürlich anders formuliert, dort heißt es:

"Hinsichtlich der Fähigkeit, sich der lytischen Wirkung des Komplements (wichtiger Bestandteil der angeborenen Immunsystems) zu entziehen, konnten die Borrelien in drei Gruppen mit unterschiedlicher Sensitivität gegenüber humanem Serum eingeteilt werden. Serum (Komplement) resistente Borrelien Isolate exprimieren auf Ihren Oberflächen sog. CRASP (complement regulator acquiring surface protein) Moleküle, mit deren Hilfe die Regulatorproteine, Faktor H und FHL-1, der Komplementaktivierung aus dem Serum gebunden werden können. Dadurch sind Borrelien in der Lage, ihre Abtötung zu verhindern.

Es wurden verschiedene CRASP Moleküle, die als potentielle Virulenzfaktoren angesehen werden, inzwischen erfolgreich kloniert und als rekombinante Proteine hergestellt. Zukünftige Studien sollen die 3D Struktur der CRASP Moleküle aufklären und Ansatzpunkte für therapeutische Interventionen liefern.

Impfstoff gegen die Lyme Borreliose

Im Rahmen unserer Arbeiten wurde ein prophylaktischer Impfstoff gegen die Lyme Borreliose entwickelt, der nach erfolgreichem Abschluß der klinischen Prüfungen in den USA zugelassen worden ist. Der Impfstoff basiert auf dem rekombinanten Lipoprotein (OspA) von Borrelia burgdorferi Stamm ZS7. Das OspA Molekül weist bei europäischen Borrelien Isolaten eine ausgeprägte Heterogenität auf. In Europa wird ein polyvalenter Impfstoff notwendig sein. Die neueste Entwicklung im Bereich der Impfungen stellt die "genetische Immunisierung" dar. Sie beruht auf der Injektion von Plasmid-DNA. Wir konnten bereits im Maus-Modell der Lyme Borreliose die erfolgreiche Anwendung der DNA Vakzinierung nachweisen. Unsere experimentellen Daten weisen darauf hin, daß neben dem OspA noch andere Proteine als Impfstoff geeignet sind.

Escape Mechanismen von Borrelien

Die Erreger der Lyme Borreliose und die Rückfallfieber-Spirochäten, Borrelia burgdorferi und Borrelia hermsii, binden über Oberflächenproteine, sog. CRASPs, wirtsspezifische Komplementinhibitoren, Faktor H und/oder FHL-1, und können über diesen Escape-Mechanismus der angeborenen Immunabwehr entgehen. Komplementresistente B. burgdorferi Stämme exprimieren auf ihrer Oberfläche bis zu fünf verschiedene CRASPs, die verschiedenen Proteinfamilien angehören. BbCRASP-1 wird von komplementresistenten B. burgdorferi Stämmen während des Infektionszyklus in der Zecke und im Säugerwirt exprimiert. Kürzlich konnten wir die atomare Struktur des Faktor H/FHL-1 bindenden BbCRASP-1 Proteins aufklären. Die Struktur des BbCRASP-1 Homodimers weist eine bisher unbekannte Proteinfaltung auf. BbCRASP-1 bietet somit eine neue Zielstruktur für die Entwicklung von Therapieansätzen."

Freitag, 26. November 2010

Die Ernährung in Zeiten chronischer Entzündungen oder, was benötigt mein borreliosegeplagter Organismus? Teil 7

Nach einer kurzen Pause geht's heute wieder weiter mit der Serie über die oft segensreichen Wirkungen von Aminosäuren, insbesondere wenn man an einer chronischen Entzündung leidet.

Thema heute: Methionin

Methionin gehört zu den essentiellen Aminosäuren, d. h. unser Körper muss Methionin durch die Nahrung (oder Nahrungsergänzungsmittel) zugeführt bekommen. Methionin unterstützt die Ausscheidung von Blutfetten, verhindert Fetteinlagerung in der Leber, fördert die Wundheilung und unterstützt generell die Regeneration von Leber und Nieren. Angeblich kann Methionin in Verbindung mit Cholin und Folsäure wohl bestimmten Tumoren vorbeugen. In Studien hat ein Methioninmangel bei Ratten Leberverfettung verursacht, die man durch Methioningaben wieder rückgängig machen konnte. Wenn man Zink und Methionin zu sich nimmt, fördert dies auch die Ausscheidung von Schwermetallen.

Wichtig ist Methionin für die optimale Verwertung von Selen, darüber hinaus wirkt es als Antioxidans und kann als natürliches Antihistaminikum dienen, da es den Histaminspiegel niedrig hält. Methionin wird medizinisch auch zur Vorbeugung gegen wiederkehrende Harnweginfektionen eingesetzt. Außerdem hat man bei AIDS-Patienten festgestellt, dass Methionin in der Lage ist, das Fortschreiten der HIV-bedingten Enzephalopathie (Gehirnentzündung) zu hemmen. Die Gedächtnisleistungen verbesserten sich. Also gar nicht schlecht, oder?

Wann ist der Methioninbedarf erhöht? Zum Beispiel, wenn man längere Zeit Paracetamol einnimmt, oder bei Entgiftung, bei Muskelverletzungen, langanhaltenden körperlichen Belastungen und chronischen Krankheiten. Bei Stoffwechselstörungen wie Leberverfettung, Haut- und Haarwuchsstörungen könnte man auch an einen Methioninmangel denken.


Referenzen:

Ernährung in Prävention und Therapie

Wir sind, was wir essen

Epigenetik und Ernährung


Das Kleingedruckte: Die Autorin hat diese Informationen sorgfältig zusammengestellt; sie übernimmt jedoch keine Gewähr für deren Aktualität, Korrektheit und Vollständigkeit. Die Autorin übernimmt keine Haftung für die Nutzung oder Nichtnutzung der Informationen bzw. für Schäden, die durch den mittelbaren oder unmittelbaren Gebrauch der Informationen entstehen. Die Informationen sind weder Ersatz für eine professionelle Beratung/Behandlung durch approbierte Ärzte, noch dürfen aufgrund der Informationen eigenständig Diagnosen und Therapien begonnen oder abgesetzt werden.
© 2010, by Lisalina, Borreliose-epidemie.blogspot.com

Dienstag, 16. November 2010

"Deutsche" Therapieempfehlungen in einem US-amerikanischen Buch

Connie Strasheim, aus Denver, Colorado, interviewte 13 Ärzte, die Lyme-Borreliosepatienten behandeln, schreibt sie auf ihrer "Buch-Werbe-Website". Auf der Liste findet sich auch die Heilpraktikerin Frau Kunold. Sie hat sich, nach eigenen Angaben, auf chronische Borreliose spezialisiert. Guckst Du hier: http://www.optikur.de/natur/experten/marlene-kunold/
und hier: http://www.lyme-borreliose-hamburg.de/.

Frau Hunold glaubt, dass es möglich ist, intrazelluläre Erreger ohne Antibiotika zu eliminieren. Unter anderem berichtet sie hier, wie sie sich an eine kleine Anwendungsstudie am IMD, Berlin, mit einer Photonentherapie "dranhängen" konnte. Sie propagiert bereits den "Durchbruch bei der Behandlung der Borreliose", mittels Photonentherapie.

Zwar gehöre ich nicht zu den Anhängern solcher "alternativen" Therapieversuche bei ernstzunehmenden Infektionskrankheiten, aber der Vollständigkeit halber und weil niemand die Wahrheit gepachtet hat, verlinke ich mal, was ich gefunden habe. Der Paradigmenwechsel in der Dunkelfeldmikroskopie und noch Der Nordstern. Ohne Gewähr. Natürlich ersetzt nicht ein einziges Posting in diesem Blog den Arztbesuch!

Montag, 8. November 2010

Tierärzte verzeichnen immer mehr borreliosekranke Hunde

Warum sollten Menschen verschont bleiben? In den USA hat man längst festgestellt, dass eine Zunahme der zeckenübertragenen Infektionen bei Hunden häufig mit einer Zunahme auch beim Menschen gepaart ist.

Im Bild sieht man übrigens unsere Luna. Eine sanfte ältere Hundedame, die sich Zeit Ihres Lebens mit Borreliose, Babesiose, Ehrliose und Leishmaniose herumschlägt, dabei aber medizinisch besser versorgt wird, als so mancher Mensch mit chronischer Borreliose.

"Fast jeder Tierarzt in Deutschland hat schon einmal Borreliose bei einem Hund diagnostiziert. Aber auch die durch die Auwaldzecke übertragene Babesiose tritt in Deutschland immer häufiger auf. Darauf lassen die Ergebnisse zweier Tierarztbefragungen schließen, die Bayer Vital im Abstand von zwei Jahren zur klinischen Relevanz von parasitenübertragenen Erkrankungen des Hundes (Canine Vector-Borne Diseases, CVBD) durchgeführt hat. Die nächste Wiederholung der Befragung ist zum Saisonende 2010 geplant. (...) Der bisherige Trend ist eindeutig: Viele Tierärzte sehen eine Zunahme der Krankheitsfälle." Mehr darüber: http://helenenhof.wordpress.com/2010/04/14/bayer-vital-via-zergportal-fruhjahrszecken-besonders-gefahrlich/

Montag, 1. November 2010

Neuer DNA-Frühtest entwickelt

Im American Jounal of Clinical Pathology wurde über einen neuen DNA-Test berichtet, der bei Borreliose im Frühstadium sofort ein Ergebnis liefert. Es ist der erste serologische Frühtest dieser Art. Es gibt zwar andere PCR-Tests für Borrelia burgdorferi, doch dies ist der erste, der sozusagen praxistauglich und "serienmäßig" PCR-Test und DNA-Sequenzierung als Goldstandard für die Frühdiagnose bietet, sagt der Pathologe Dr. Lee, der mit seinem Team diesen Test entwickelte. Nun hat man keine diagnostische Lücke mehr bzw. muss nicht mehr auf die (häufig ungenügende) Antikörperproduktion des Körpers warten.

Infos: http://ajcp.ascpjournals.org/content/133/4/569.abstract

Sonntag, 24. Oktober 2010

Ein sehr gut gemachter Film über Zecken ...

Hallo,

heute gibts mal Fernsehen :-)
Ich bin auf einen Film gestoßen, der in Zusammenarbeit mit dem ORF und ARTE für den Discovery Channel erstellt wurde. Der Film (Englisch) ist zwar aus dem Jahr 2000 und man setzte noch große Hoffnung auf den US-Impfstoff LYMErix gegen die Borreliose, aber er ist eben wirklich gut gemacht.
Dr. Wormser, der Vorsitzende der IDSA-Leitlinienkommission (2006) ist in Interviews zu sehen und zu hören und es gibt auch sonst Einiges zu sehen. Achtung - der Film dauert fast eine Stunde. Viel Spaß & neue Erkenntnisse! :-) Und wer sich zu den Machenschaften der IDSA schlau machen möchte, kann das hier tun.

Hier http://www.youtube.com/watch?v=FYLSNwB1Ar8 gehts zum Film.

Samstag, 16. Oktober 2010

Die Ernährung in Zeiten chronischer Entzündungen oder, was benötigt mein borreliosegeplagter Organismus? Teil 6

Methionin ist heute das Thema der kleinen Serie über Aminosäuren, die gerade bei chronischen Entzündungen unterstützend wirken. Wer den letzten Beitrag über Glycin verpasst hat, kann einfach hier klicken.

Methionin ist eine sogenannte essentielle Aminosäure, das heißt, der Körper kann sie nicht selbst erzeugen, sondern muss sie durch die Nahrung oder durch Nahrungsergänzung zugeführt bekommen.

Methionin ist an vielen Körper- und Stoffwechselfunktionen beteiligt sowie an der Bildung von Hormonen, Neurotransmittern und Nukleinsäuren. Es unterstützt die Regeneration der Nieren und Leber, kann den Abbau von Schwermetallen, Histamin und Ammoniak beschleunigen und hat eine antidepressive Wirkung. Vor allem aber steigert Methionin die Wirkung von Antibiotika, insbesondere bei Harnwegsinfekten.

Besonders viel Methionin benötigen Menschen, die unter einer Schwermetall-Belastung, einer Allergie oder Depression leiden. Desgleichen gilt für Patienten mit Wundheilungsstörungen, Muskelverletzungen, Harnwegsinfekten und Leberentzündungen.

Bei Krebspatienten hat man häufig einen Methioninmangel feststellen können. Methioninmangel kann sich auch durch Leberverfettung, Haut- und Haarwuchsstörungen, Müdigkeit, Lethargie, Infektanfälligkeit, Ödeme und depressive Verstimmungen äußern.

Methionin kann man beispielsweise durch Lachs, Garnelen, Erbsen, Rindfleisch oder Sojabohnen zuführen oder aber als Nahrungsergänzungsmittel.


Referenzen:
http://biotechnologie-pharmazie.suite101.de/article.cfm/s_adenosyl_methionin_same
http://www.drstrunz.de/news/2008/09/080929_methionin.php
http://derstandard.at/1276413446289/Vitamin-B6-und-Methionin-als-Schutz-vor-Lungenkrebs
http://www.aapsj.org/view.asp?art=aapsj070118

Das Kleingedruckte: Die Autorin hat diese Informationen sorgfältig zusammengestellt; sie übernimmt jedoch keine Gewähr für deren Aktualität, Korrektheit und Vollständigkeit. Die Autorin übernimmt keine Haftung für die Nutzung oder Nichtnutzung der Informationen bzw. für Schäden, die durch den mittelbaren oder unmittelbaren Gebrauch der Informationen entstehen. Die Informationen sind weder Ersatz für eine professionelle Beratung/Behandlung durch approbierte Ärzte, noch dürfen aufgrund der Informationen eigenständig Diagnosen und Therapien begonnen oder abgesetzt werden.
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Montag, 11. Oktober 2010

Ernährung in Zeiten chronischer Entzündungen, oder was benötigt mein borreliosegeplagter Organismus? Teil 5

Heute möchte ich meine kleine Serie wieder aufnehmen und etwas über Glycin schreiben, die einfachste natürliche Aminosäure, die der Körper normalerweise selbst herstellen kann.

Teil 1, Teil 2, Teil 3 oder Teil 4 verpasst? Das macht nix. Einfach auf die Links klicken und nochmal nachlesen.

Auch Glycin wirkt zellschützend gegen "freie Radikale" bzw. oxidativen Stress. Wie so manch' andere Aminosäure regt sie ebenfalls die zelluläre Immunabwehr an und wirkt Entzündungen entgegen.

Übrigens, es gehört zwar nicht hierher, aber in einem Kometen, genauer in dessem Staub, haben NASA-Forscher Glycin entdeckt: http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,643443,00.html

Die Medizin hat sich Glycin bei Arthrose, Gicht und Osteoporose zunutze gemacht, schließlich können durch Glycin solche Schäden positiv beeinflusst werden, bzw. man hat herausgefunden, dass Glycin Knorpelschäden reparieren hilft. Weitere Infos hier: http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/gelenkschmerzen/news/arthrose_aid_68915.html. Glycin wirkt auch einem zu niedrigen Blutzuckerspiegel entgegen, hilft bei Panikattacken und Schlafstörungen. Glycin unterstützt den Folsäurestoffwechsel, ist für die Bildung von Gallensäure erforderlich und fördert die Entgiftung durch die Leber.

Das Wichtigste aber für "Borrelianer": Glycin kann überschießende immunologische und entzündliche Reaktionen abschwächen!


Glycin schmeckt süßlich. Bislang sind keine Nebenwirkungen bekannt, so dass Glycin auch als Zusatzstoff bzw. Geschmacksverstärker in Lebensmitteln eingesetzt wird. Erkennbar an der E 640 Nummer. Jetzt, vor Weihnachten, freuen sich auch die Hersteller von Marzipankartoffeln über Glycin, denn diese Aminosäure hilft, den Marzipan länger feucht und saftig zu halten.


In Linsen, Erbsen, Kürbiskernen, Sojabohnen oder Schweinefleisch steckt Glycin. Aber jeden Tag Linsen mit Schweinefleisch ist sicher auch nicht der Hit. Ich selbst nehme es als Pulver, zusammen mit Glutamin und anderen Aminosäuren. Aber, ob Linsen, Pulver, Tabletten oder Schweinefleisch - das bleibt natürlich jedem selbst überlassen.


Vermutlich sind viele segensreiche Wirkungen der verschiedenen Aminosäuren bei den Ärzten (noch) nicht bekannt bzw. populär, auch wenn sich einige bereits intensiv mit der Orthomolekularen Medizin auseinandersetzen.


Das Kleingedruckte: Die Autorin hat diese Informationen sorgfältig zusammengestellt; sie übernimmt jedoch keine Gewähr für deren Aktualität, Korrektheit und Vollständigkeit. Die Autorin übernimmt keine Haftung für die Nutzung oder Nichtnutzung der Informationen bzw. für Schäden, die durch den mittelbaren oder unmittelbaren Gebrauch der Informationen entstehen. Die Informationen sind weder Ersatz für eine professionelle Beratung/Behandlung durch approbierte Ärzte, noch dürfen aufgrund der Informationen eigenständig Diagnosen und Therapien begonnen oder abgesetzt werden.
© 2010, by Lisalina, Borreliose-epidemie.blogspot.com


Donnerstag, 7. Oktober 2010

Wie geht es mit meiner Ärztin weiter? Krankes Abrechnungssystem!

Wie sicher alle bemerkt haben, war längere Zeit hier "Funkstille". Das lag zum Einen daran, dass ich beruflich sehr eingespannt war, zum Anderen aber auch daran, dass ich viel telefoniert und recherchiert habe. Wie geht es nun mit meiner Ärztin weiter?

Sie hat in der Vergangenheit bereits Regresszahlungen leisten müssen. Das heißt, sie hat praktisch noch Geld mitgebracht, um ihre Patienten behandeln zu können. Es ist unfassbar! Inzwischen hat sie sich juristische Unterstützung genommen und wird den Weg bis vors Sozialgericht antreten. Sie hofft, ein Urteil erzielen zu könnnen, das - im Sinne der Ärzte, die chronische Borreliose behandeln - dann Signalwirkung haben könnte.

Wir Patienten können nur die Daumen drücken und den Hut ziehen, vor soviel Mut, Risikobereitschaft, Mitmenschlichkeit und ärztlicher Ethik!

Alle Ärzte, die ihre Patienten bereits nach einer Minute ungeduldig unterbrechen, ihnen IGEL-Leistungen aufschwatzen wollen und sie nach 5 Minuten wieder durch die Tür schieben, sollten beschämt zu Boden blicken.

Inzwischen habe ich etliche Veröffentlichungen gefunden, die zeigen, dass per Regressforderungen Existenzen vernichtet werden. Was ist mit Ärzten, die mit ihrer Praxis eine Familie ernähren? Wo kein Zweitverdiener das Notwendigste mit absichert? Einige Beispiele findet Ihr hier:

http://www.faz.net/s/Rub7F74ED2FDF2B439794CC2D664921E7FF/Doc~EE356FA200549462AA0975743391D97CA~ATpl~Ecommon~Scontent.html


Kaum zu fassen, der Allgemeinarzt Dr. Christian Riethe sollte kurz vor Weihnachten 35.000 Euro zahlen. Er habe im Jahr 2007 zu viele Medikamente verschrieben. Das ist so, als müsste die Feuerwehr ihr eigenes Löschwasser bezahlen“, sagt der Arzt, der auf eine 80-Stunden-Woche kommt. http://www.schwaebische.de/lokales/aalen-ellwangen/bopfingen-ries_artikel,-Wenn-die-Kassen-zur-Kasse-bitten-_arid,4036065.html

160.000 Euro Regressforderungen an einen Landarzt: http://www.aerztezeitung.de/extras/druckansicht/?sid=562156&pid=562156

Und im Ärzteblatt: http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikeldruck.asp?id=61060

http://www.bild.de/BILD/regional/frankfurt/aktuell/2010/09/16/krankes-abrechnungssystem/arzt-soll-zahlen-weil-er-alle-patienten-behandelt.html

Wer von Fallpauschalen, Effizienzsteigerung und Budgets spricht, wenn er eigentlich die medizinische Versorgung Kranker meint, reduziert Kranke zu Kostenfaktoren und Ärzte zu schlichten Leistungserbringern. Hier geht es nicht mehr um Patienten oder Ärzte. Nein, das ist der Ausverkauf der Heilkunde. Die Ökonomisierung der Medizin. Es ist eine Schande!

Dienstag, 28. September 2010

Skandal! Ärztin, die Borreliosekranke therapiert, muss ihre Praxis aufgeben!

Und wieder muss eine Ärztin, die engagiert chronisch kranke Borreliosepatienten behandelt, ihre Praxis aufgeben. Der Fehler: Sie hat auch borreliosekranke Kassenpatienten therapiert. Nun ist sie mit Regressforderungen der kassenärztlichen Vereinigung konfrontiert und alle ihre Bemühungen, die Borreliosebehandlung als Praxisbesonderheit anerkannt zu bekommen, sind gescheitert.

Seit 2001 hat sie versucht, diese Praxisbesonderheit geltend zu machen. Nun muss sie ihre Praxis schließen.

Ärzte, die IGELn, Ärzte, die ihre Patienten nach den durchschnittlichen 7 Minuten aus der Praxis schieben und sie bereits nach einer Minute unterbrechen können unbesorgt sein. Sie werden wohl kaum behelligt. Wohl denen, die auf "Apparatemedizin" setzen und lieber Laborergebnisse behandeln, als Menschen. Dem Arzt als Homo oeconomicus gehört die Welt und die Zukunft. Wir danken es unseren Gesundheitsministern!

Wo ist jetzt der Patientenbeauftragte Zöller, der vor der Presse sagte: "Es kann nicht sein, dass ein Patient von Arzt zu Arzt geht und die Diagnose nach zwei, drei Jahren immer noch nicht feststeht". http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/article/615942/zoeller-borreliose-erkrankung-oft-unterschaetzt.html
und
http://www.welt.de/gesundheit/article8977328/Mehr-Anstrengungen-gegen-Borreliose-gefordert.html

Nein, Herr Zöller, wenn diese Entwicklung anhält, werden Borreliosepatienten noch nicht einmal mehr von Arzt zu Arzt gehen können, da sie Borreliosepatienten, wenn überhaupt, nur noch privat behandeln. Für Borreliosepatienten gilt mehr noch als für andere Patienten die Zweiklassenmedizin.

Der Nächste bitte.

Wenn T-Zellen nicht wissen, was sie werden sollen... überraschende Erklärungen für Autoimmun-Prozesse

In den USA hat eine Forschungsgruppe einen Rezeptor ausgemacht, der entscheidet, ob eine T-Zelle zu einer entzündlichen oder regulatorischen T-Zelle wird, bzw. ob die T-Lymphozyten für Entzündungsreaktionen sorgen, oder nicht. Diese T-Zellen aktivieren und modulieren die Immunantwort des Organismus.
Mehr darüber hier: http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/42863/Neuer_Ansatzpunkt_fuer_die_Therapie_von_Autoimmunerkrankungen.htm

Dienstag, 21. September 2010

Neues aus der Imfpstoffentwicklung gegen Borreliose

Durch Zufall bin ich bei Boerse.de auf einen Thread zur Firma Intercell gestoßen. Diese Firma soll den zur Zeit am weitesten entwickelten Borreliose-Impfstoff in der Entwicklung haben! Novartis habe, so heißt es dort, für eine Weiterentwicklungssoption nach Phase II viel Geld bezahlt. Der etwas naive Kommentar lautet: "Wenn das Problem (Anmerk. der Borreliose) in Deutschland so groß ist, einfach mit ein paar Millionen an den Entwicklungskosten beteiligen, dann geht es schneller.
Guckt man hier: http://www.boerse-express.com/cat/postings/thread/680322

Die Produkt-Pipeline von Intercell: http://www.intercell.com/main/forvaccperts/product-pipeline/ und etwas zur Phase I der Impfstoffentwicklung: http://www.intercell.com/main/forvaccperts/products/lyme-borreliosis-vaccine/

Nächste Woche geht's weiter mit "Ernährung in Zeiten chronischer Entzündungen..." Versprochen! :-)

Sonntag, 12. September 2010

Teil 4 Ernährung in Zeiten chronischer Entzündung...

Die Ernährung in Zeiten chronischer Entzündungen oder, was benötigt mein borreliosegeplagter Organismus?

Mäuse mit gestörter Glutathionproduktion in der Leber sterben innerhalb eines Monats nach der Geburt - wen das neugierig macht, der kann sich hier gerne ein wenig mehr mit Glutathion beschäftigten.

Cystein und Glutathion sind ungemein wichtig und so wundert es nicht, dass Glutathion in der biologischen Krebstherapie und bei der Behandlung chronischer Erkrankungen eingesetzt wird. Glutathion erhöht die Aktivität der Abwehrzellen, ist ein starker Radikalenfänger und soll sogar beschädigte Gene reparieren können. Für Immunerkrankungen gilt der Glutathion-Spiegel als ein wichtiger Prognosemarker. Gebildet wird Glutathion aus den Aminosäuren L-Glutaminsäure, L-Cystein und Glycin.

Wer unter chronischen Entzündungen, chronischen Schmerzen oder chronischen Krankheiten leidet benötigt mehr Glutathion. Überhaupt wird Glutathion bei Rheuma oder chronischen neurologischen Krankheiten wie Multiple Sklerose eingesetzt.

Als Nahrungsergänzung wird Glutathion bei Krebserkrankungen mit 1000 bis 3000 mg täglich zugeführt. Zusätzlich kann die Glutathionproduktion in der Leber durch zusätzliches Acetylcystein stimuliert werden.

Und wie so oft: Man kann Glutathion als Pulver oder Kapseln zuführen oder es über die Nahrung versuchen. Insbesondere Avocados, Wassermelonen, Spargel, Kartoffeln, Orangen, Tomaten, Broccoli, Zucchini, Spinat sowie mageres Fleisch enthält viel natürliches Glutathion.

Allerdings ist man nicht sicher, ob die orale Zufuhr den Glutathion-Spiegel überhaupt effektiv erhöht. Die besten Ergebnisse werden durch intravenös verabreichtes Glutathion erzielt; darüber hinaus haben Studien gezeigt, dass es wirksamer ist, die Aminosäuren Cystein und Glutaminsäure einzunehmen, da der Körper daraus Glutathion „zaubert“ und besser verwerten kann.

Referenzen:

http://www.provitas.org/InfoTexte/l-glutathion.pdf

http://www.biokrebs-heidelberg.de/user/download/GfBK_website_Glutathion.pdf

http://www.naturheilkunde24.com/cms/artikel/artikel/2010_02_27_Glutathion.php


Das Kleingedruckte: Die Autorin hat diese Informationen sorgfältig zusammengestellt; sie übernimmt jedoch keine Gewähr für deren Aktualität, Korrektheit und Vollständigkeit. Die Autorin übernimmt keine Haftung für die Nutzung oder Nichtnutzung der Informationen bzw. für Schäden, die durch den mittelbaren oder unmittelbaren Gebrauch der Informationen entstehen. Die Informationen sind weder Ersatz für eine professionelle Beratung/Behandlung durch approbierte Ärzte, noch dürfen aufgrund der Informationen eigenständig Diagnosen und Therapien begonnen oder abgesetzt werden.
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Samstag, 4. September 2010

Teil 3 Ernährung in Zeiten chronischer Entzündung...


Die Ernährung in Zeiten chronischer Entzündungen oder, was benötigt mein borreliosegeplagter Organismus?

Heute geht es in meiner kleinen Reihe um Glutamin. Für alle, die Teil 1 verpasst haben, einfach hier nachlesen, wie wertvoll Arginin gerade bei chronischen Entzündungen ist und in Teil 2, wie wichtig Cystein für abwehrgeschwächte Patienten ist.

C5H10N2O3 – nein, das muss man sich nicht merken, das ist jedoch die Summenformel für die Aminosäure Glutamin, mit der wir uns ein wenig beschäftigen werden. Genauer mit Glutaminsäure.

Ein Mangel an Glutamin erhöht die Infektanfälligkeit und schwächt das Immunsystem, denn Glutamin stärkt das Wachstum und die Differenzierung von T- und B-Lymphozyten. Vor allem schnell teilende Zellen, wie die Zellen des Immunsystems, haben einen hohen Glutaminbedarf. In geringen Mengen kann der Körper Glutamin selbst herstellen, bei chronischen Erkrankungen jedoch ist die eigene Produktion oft nicht mehr ausreichend.

Patienten, mit großflächigen oder vielen Verletzungen erleiden häufig Infektionen. Bei ihnen hat man immer auch einen Glutaminmangel festgestellt. Eine Studie ergab, dass eine Glutaminzufuhr die Infektionsgefahr deutlich verringert. Glutamingabe bei Polytrauma - weniger Komplikationen? (Deutsches Ärzteblatt). Und: Intensivmedizin: Patienten profitieren von Glutamin.
Glutamin, wirkt aufbauend auf die Muskulatur, hemmt den Muskelabbau und sorgt für eine schnellere Regeneration. Außerdem stärkt Glutamin – zusammen mit Cystein die Darmschleimhaut.

Glutaminsäure ist ein wichtiger Überträgerstoff im Gehirn, fördert daher die Lern;- Konzentration;- und Gedächtnisfunktion Glutamin wirkt entzündungshemmend und unterstützt die physiologische Entgiftung.

Wie kann man die Glutamin(säure)-Zufuhr erhöhen? In Quark, Sojaprodukten, Fleisch und Mais ist recht viel Glutamin. Es geht natürlich auch bequem über Nahrungsergänzungsmittel.

Referenzen:
Haussinger D.: Glutamine Metabolism in Mammalian Tissues; Springer-Verlag; 1984
Martinez-Hernandez A. et al.: Glutamine synthetase: glial localization in brain; Science; 1977; 195(4284); S. 1356-1358

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Freitag, 3. September 2010

Antibiotikum Tigecyclin - Sterberisiko erhöht?

Bin heute auf diese Meldung des Deutschen Ärzteblatts gestoßen: Die US-amerikanische Arzneibehörde FDA rät dringend zu einem umsichtigen Einsatz des Reserveantibiotikums Tigecyclin. Anlass ist ein erhöhtes Sterberisiko in klinischen Studien.
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/42580/Reserveantibiotikum_Tigecyclin_erhoeht_Sterberisiko.htm

Ich kann mich erinnern, dass manche "Borrelianer" ihre Hoffnung auf Tigecyclin gesetzt haben. Diese Nachricht hier ist leider nicht ermutigend.

Sonntag, 29. August 2010

Neues Zentrum für Infektionsforschung?

"Infektionskrankheiten gehören in Deutschland und weltweit zu den häufigsten Todesursachen und Erkrankungen mit hoher Krankheitslast", weiß das Bundesforschungsministerium. Daher soll nun ein neues Zentrum für Infektionsforschung geschaffen werden. "Wesentliches Ziel der Forschung ist es, Grundlagen zu schaffen, um der globalen Ausbreitung von Infektionskrankheiten und der zunehmenden Resistenz von Krankheitserregern gegen Antiinfektiva entgegenzuwirken", heißt es weiter.

Ich nehme noch Wetten an, ob auch zur Lyme-Borreliose geforscht werden wird! Na, wer will wetten? ;-)

Angesichts der öffentlichen Diskussion um die Krankenhaushygiene wette ich, dass man sich eher den nosokomialen Infektionen zuwenden wird, ober vielleicht mal wieder dem Lassa-Fieber oder Ebola? Wir dürfen gespannt sein, gell?

Die leistungsstärksten deutschen Forschungsstätten sollen in diesem neuen Zentrum der Infektionsforschung zusammengeführt werden, um "die Bevölkerung wirksamer vor bakteriellen, viralen, parasitären und durch Pilze verursachten Infektionskrankheiten zu schützen"

Alles Weitere ist hier nachzulesen: http://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/2378.php

Kein Geld für Borrelioseforschung?

Zur weiteren Erforschung der Lyme-Borreliose oder anderer zeckenübertragener Infektionen gibt die Bundesregierung kein Geld aus. Handlungsbedarf sieht man stattdessen wohl bei "exotischen" Virus-Infektionen wie dem Ebola-Virus. Kein Wunder. Auftraggeber ist das Bundesverteidigungsministerium! Eine interessante Art der Rüstungsforschung, oder?

Laut einer kleinen Bundestagsanfrage, Drucksache 16/ 13076, vom 19.05.2009 erhielt das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin im Jahr 2005 knapp 100.000 Euro, dann im Folgejahr über 160.000 Euro, gefolgt von über 180.000 Euro im Jahr 2007 vom Bundesministerium der Verteidigung (!) zur Testung, Entwicklung antiviraler Substanzen zur Behandlung von Lassa-, Ebola- und Krim-Kongo-hämorrhagischem Fieber, für die Entwicklung eines sensitiven enzymatischen Rheumafaktor-Testes zum Nachweis von Antikörpern gegen Lassa- und Ebola-Virus in menschlichen Seren und Herstellung monoklonaler Antikörper gegen Krim-Kongo-hämorrhagisches Fieber-Virus sowie für die Herstellung von Virusstandard-Präparationen und Entwicklung von Immunfluoreszenz-Biochip-Mosaik-Objektträgern für virale hämorrhagische Fieber-Viren.

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/130/1613076.pdf - nachzulesen auf Seite 5!

Auch das RKI ist mit anderen Dingen als mit Borrelioseforschung beschäftigt. Über 100 Millionen Euro müssen für ein neues Hochsicherheitslabor nahe Berlin locker gemacht werden. Das Robert Koch Institut (RKI) beantragte 2007 beim zuständigen Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) ein derartiges Labor. Es wäre übrigens das einzige Hochsicherheitslabor der Bundesregierung. Gefährliche Erreger wie Ebola, Krim Kongo, Sars oder Lassa-Viren könnten dann schneller vom RKI untersucht werden; die Proben müssten nicht erst – wie bisher – nach Hamburg oder Marburg geschickt werden.

Baubeginn war im Jahr 2009; die Fertigstellung ist für das Jahr 2011 avisiert. Das Hochsicherheitslabor wird als Fachbereich ZBS-5 dem Zentrum für Biologische Sicherheit zugeordnet. http://www.welt.de/regionales/berlin/article961640/Berlins_geheimstes_Labor.html

Samstag, 28. August 2010

Bundespressekonferenz des Deutschen Borreliose und FSME Bunds

Auf der Website des BFBD und natürlich hier http://www.pressekonferenz.tv/ kann man den gesamten Verlauf der Bundespressekonferenz des BFBD verfolgen.

Sonntag, 22. August 2010

Teil 2 Ernährung in Zeiten chronischer Entzündung...

Die Ernährung in Zeiten chronischer Entzündungen oder, was benötigt mein borreliosegeplagter Organismus?

Heute geht es in meiner kleinen Reihe um Cystein. Für alle, die Teil 1 verpasst haben, einfach hier nachlesen, wie wertvoll Arginin gerade bei chronischen Entzündungen ist.

Die Aminosäure Cystein gehört zwar nicht zu den essentiellen Aminosäuren, das heißt, der Körper kann Cystein normalerweise selbst aus Methionin und Serin herstellen, allerdings kann es durchaus zu Methionin-Mangelerscheinungen kommen und dann wird auch die Cystein-Bildung gehemmt.

Insbesondere bei chronischen Erkrankungen (z. B. bei chronischer Lyme-Borreliose), bei Infektionsanfälligkeit, Lebererkrankungen, bei Stress und körperlichen Traumata oder durch Chemo- und Strahlentherapien benötigt und verbraucht der Organismus große Mengen Cystein. Hier kann eine zusätzliche Zufuhr sehr sinnvoll werden.

Zusammen mit Glutaminsäure und Glycin bildet Cystein das wichtige Antioxydans Glutathion. Je mehr Cystein dem Organismus zugeführt wird, desto mehr Glutathion kann der Organismus herstellen.

Doch zurück zum Cystein: Es entfaltet eine stark schützende Wirkung vor freien Radikalen und verringert die toxische Wirkung von Chemikalien, insbesondere Schwermetallen. Daher wird Cystein beispielsweise auch als Medikament gegen Silber- oder Kupfer-Vergiftungen verwendet oder soll als starkes Antioxidans Strahlenschäden vorbeugen. Siehe auch: http://www.mib-institut.de/de/5_28_8.html

Kein Wunder, dass Aminosäuren gerne zur begleitenden Therapie von Krebserkrankungen eingesetzt werden: http://www.d42.onlinehome.de/ortnem.pdf

Inzwischen glaubt man, dass Cystein auch neurodegenerativen Erkrankungen, wie Multiple Sklerose, Alzheimer, Parkinson u. a., vorbeugen und man auch Entzündungskrankheiten ergänzend mit Cystein therapieren kann.

Ein Mangel an Cystein bewirkt eine Verminderung der natürlichen Killerzellen. Hinzu kommt, dass Glutathion (Cystein + Glutaminsäure + Glycin = Glutathion) die Funktion der weißen Blutkörperchen verstärkt. Das mithilfe des Cysteins gebildete Glutathion hat eine stark entgiftende und das Immunsystem stabilisierende Funktion.

Das bekannte ACC oder NAC als Schleimlöser wird übrigens aus L-Cystein hergestellt. Denn:
„Acetylcystein (NAC) wirkt aufgrund seiner antioxidativen Eigenschaften lokal entzündungshemmend (Ungemach 1999g). Diese Wirkung beruht darauf, dass Acetylcystein als Vorläufer von Glutathion dient, einem Hauptbinder der freien Sauerstoffradikale, wie sie bei Entzündungen vorkommen (Boothe 1995e)“, wie man unter: http://www.vetpharm.uzh.ch/reloader.htm?wir/00000061/6911_02.htm?wir/00000061/6911_00.htm nachlesen kann.

Cystein kann zu Taurin (einer anderen Aminosäure) umgewandelt werden, das wiederum für das Nerven- und Herz-Kreislaufsystem als auch für die Funktion der Sehzellen wichtig ist. Auch wenn wir auf Taurin in einer anderen Folge eingehen werden, Leckermäulern sei schon mal gesagt, dass Taurin die Fettverbrennung anregt und Gallensteine verhindern helfen kann.

Ein Tipp noch für meine weiblichen Leser, insbesondere jene, die sich schon mal mit dem Thema Cellulite beschäftigt haben: Cystein verleiht dem Bindegewebe besondere Festigkeit. Es wird daher auch gerne für Kosmetikpräparate für die Haut und Haar verwendet.

Vor allem in Milchprodukten, Fleisch, Eiern, Mais und Hafer findet man Cystein. Natürlich kann man Cystein auch als Pulver oder Kapseln zu sich nehmen. In hohen Konzentrationen hemmt Cystein die Wirkung von Insulin. Diabetiker sollten es mit der Cystein-Einnahme also nicht übertreiben.

Referenzen

Binet L. & Wellers G.: The presumed role of glutathion in the transport of free cysteine towards the tissue proteins; J Physiol 1955; S. 100-101
Bonnefoy M. et al: Antioxidants to slow aging, facts and perspectives; Presse Med. 2002; S. 1174-1184
Huxtable, R.: Taurine 2 - basic and clinical aspects Vol. 403; Springer-Verlag 1996; 676 Seiten)
Burgersteins Handbuch Nährstoffe, Haug Verlag 2002
U. Gröber: Orthomolekulare Medizin, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart 2008

Das Kleingedruckte: Die Autorin hat diese Informationen sorgfältig zusammengestellt; sie übernimmt jedoch keine Gewähr für deren Aktualität, Korrektheit und Vollständigkeit. Die Autorin übernimmt keine Haftung für die Nutzung oder Nichtnutzung der Informationen bzw. für Schäden, die durch den mittelbaren oder unmittelbaren Gebrauch der Informationen entstehen. Die Informationen sind weder Ersatz für eine professionelle Beratung/Behandlung durch approbierte Ärzte, noch dürfen aufgrund der Informationen eigenständig Diagnosen und Therapien begonnen oder abgesetzt werden.
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Freitag, 13. August 2010

Kommt die bundesweite Meldepflicht für Borreliose?

Die Patientenorganisation Borreliose und FSME Bund Deutschland e. V (BFBD) hielt gestern eine Pressekonferenz in Berlin ab. Mit großem Erfolg und guter Resonanz. Ein dickes Kompliment an den BFBD! Chapeau!

Der MDR beeilte sich mit einem Kurzfilm: Forschungsrückstand bei Borreliose und Die Welt online titelt: Patientenbeauftragter kündigt Borreliose-Gesetz an. Na, Herr Zöller, da sind wir mal gespannt, gell?

Journalisten, die übrigens immer noch den Zahlen des Robert Koch Institut (RKI) glauben, ist nicht zu helfen. Seit fast zwei Jahrzehnten verbreitet das RKI stoisch und unverändert seine 40.000 - 100.000 Neu-Erkrankungen pro Jahr. Liebe Journalisten, das hat nichts mit Rechercheökonomie zu tun, sondern ist klassisches Underreporting und sträflich unterlassene Recherche. Wer alleine die Zahlen der Techniker Krankenkassen sieht, ahnt, warum dieser Blog die Worte "verschwiegene Epidemie" im Titel trägt.

Und wer heute noch etwas Gutes tun möchte: Einfach dem BFBD beitreten. Mitglied werden! Je mehr Mitglieder, desto schlagkräftiger können die Interessen von Millionen Borreliosepatienten in Deutschland vertreten werden.

Ja, Millionen - Ihr habt richtig gelesen. Wieviele Rheumatiker, CFS und MS-Patienten mögen wohl unter falscher Diagnoseflagge durch die Arztpraxen segeln? Von den Patienten, denen man kurz entschlossen das Etikett "psychsomatoforme Störung" aufklebt, ganz zu schweigen.
Tja, wir sind nicht Papst, sondern Millionen - jedenfalls laut WHO. Leider.

Sonntag, 8. August 2010

Start einer neuen Serie. Ernährung in Zeiten chronischer Entzündungen...

Die Ernährung in Zeiten chronischer Entzündungen oder, was benötigt mein borreliosegeplagter Organismus?

Ich möchte heute mit einer kleinen Reihe zum Thema Ernährung bei chronischer Entzündung - und nichts Anderes ist bei der chronischen Borreliose der Fall - starten. Dabei soll es nicht um "basische Ernährung" oder um das vielzitierte (in meinen Augen unsinnige) "Entschlacken" gehen. Auch nicht um "zuviel Säure im Körper" oder "Trennkost".

Nein, in meiner Serie geht es zunächst um Proteine bzw. um Aminosäuren, die nachgewießenermaßen und durch Studien belegt, viele positive Wirkungen im Organismus und auf das Immunsystem entfalten.

Ich selbst nehme seit mehr als zwei Jahren verschiedenste Aminosäuren zu mir. Meine CD 57-Werte sind wieder im oberen Drittel des Normalbereichs - erfahrene "Borrelianer" wissen, was mit CD57-Wert gemeint ist - alle Anderen rufen jetzt am besten mal GOOGLE auf ;-)

Selbst in Zeiten heftigster Krankheitssymptome war ich noch recht tatkräftig und nicht so müde und erschöpft, wie es von anderen chronisch an Borreliose Erkrankten häufig geschildert wird. Natürlich kann ich nicht nachweisen, dass es daran lag, dass ich jeden Tag Arginin oder Glutamin (Achtung! Nicht mit Glutamat, dem Geschmacksverstärker verwechseln!) und vieles Andere zu mir nahm und noch nehme, aber wer die Referenzen und Studien prüft, wird feststellen, dass die segensreiche Wirkung diverser Aminosäuren nicht von der Hand zu weisen ist.

Ganz wie es sich gehört, will ich heute mit A beginnen.

A wie Arginin.

Wir alle wissen, Eiweiß (Protein) wird benötigt, um die Zellen am Leben zu halten, denn die Zellen bestehen aus Protein und dieses wiederum baut sich aus 21 verschiedenen Aminosäuren auf.

Von diesen lebensnotwendigen Aminosäuren unterscheidet der Kenner die sogenannten essentiellen Aminosäuren, das sind acht lebensnotwendige, ohne die wir auf Dauer nicht überleben können und die wir nicht selbst herzustellen vermögen. Dann gibt es noch die, ja richtig, nicht-essentiellen Aminosäuren – die sind sozusagen „nice to have“ und können unter bestimmten Umständen vom Körper selbst hergestellt werden.

Arginin gehört zur Gruppe der lebensnotwendigen Aminosäuren und, Lateiner ahnen es bereits, der Name Arginin leitet sich vom lateinischen Wort für Silber, argentum, ab. Bitte fragt jetzt nicht weiter, denn ich paukte in der Schule vor allem französische Vokabeln. Doch – was man weiß, was man wissen sollte: Arginin ist besonders für die zelluläre Immunabwehr sehr wichtig.

Arginin kann die Thymusdrüse, die Produzentin der Abwehrzellen, stimulieren und dadurch die Aktivität und Anzahl der Abwehrzellen erhöhen; wie es auch generell einen positiven Einfluss auf das Immunsystem hat. Warum und wie geschieht das? Wem die Antwort „durch Umwandlung zu Stickstoffmonoxid“ zu langweilig ist, der kann sich gerne im Chemie Forum tummeln. Dort warten ungemein spannende Fragen auf Menschen, denen die Welt einfach nicht rätselhaft genug ist.

Wer sich fragen möchte, ob natürlich vorkommende Aminosäuren L-konfiguriert sind und zwangsweise auch S-konfiguriert oder ob sie auch R-konfiguriert sein können? – ist dort genau richtig. Eine spannende Frage, ich weiß – und auch wenn es nun niemanden mehr auf den Stühlen hält, so möchte ich dennoch gerne weiter über das Arginin schreiben.

Arginin regt die Bildung spezieller Immunzellen an, wirkt selbst auch zelltötend und antimikrobiell, was u. a. – sorry, das kann ich jetzt keinem ersparen – daran liegt, dass Arginin eine Vorstufe von Stickstoffmonoxid ist, das wiederum ein wichtiger Zellbotenstoff ist und Zellmembranen schnell durchdringt. Arginin unterstützt auch die Wundheilung, weil es einen positiven Einfluss auf die Kollagenbildung hat.

Für die Darmschleimhaut ist Arginin ein wahres Helferlein, denn es gibt bestimmten Zellen des Darmes die notwendige Energie. Und eine funktionsfähige Darmschleimhaut, das wissen alle, die mal Antibiotika nehmen mussten, ist für das Immunsystem außerordentlich wichtig. Ein Mangel an Arginin begünstigt also Infektionen auf verschiedene Weise.

Ja, ein wahrer Tausendsassa, dieses Arginin. Und es kann noch mehr: Arginin erweitert die Gefäße. Ein hübscher Nebeneffekt, den sich Ärzte gerne bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zunutze machen.

In der Wachstumsphase, bei Stress und bei diversen (chronischen) Krankheiten benötigt der Körper deutlich mehr Arginin, als er selbst herzustellen vermag. Will man seine zelluläre Immunantwort steigern, empfiehlt sich also durchaus die zusätzliche Zufuhr von Arginin.

Wie macht man das am besten? Ganz einfach, Ihr könnt Argininpulver und andere Präparate kaufen oder Euch Unmengen von Erd- und Haselnüssen, Weizenkeimen, Soja und Garnelen zu Gemüte führen, denn die sind ganz besonders „arginin-reich“. Jede/r also wie er/sie mag.

Arginingehalt in mg pro 100 gr. Lebensmittel – eine Auswahl
(Quelle: http://www.vitalstoff-lexikon.de/Aminosaeuren/Arginin/Lebensmittel.html)

Seehecht 070 Seezunge 140 Scholle 150
Makrele 1160 Rotbarsch 1190 Haselnüsse 2030
Barsch 1240 Sojabohnen 2200 Thunfisch 1250
Weizenkeime 2250 Sardine 1310 Mandeln 2750
Garnele 1740 Erdnüsse 3460 Lachs 1330
Huhn, Brust 1350 Linsen 2240 Sojabohnen 2360
Kalbsfleisch 1540 Rindfleisch 1540


Referenzen:
Albina, Jorge and Reichner, Jonathan. "Nitric Oxide in Inflammation and Immunity." New Horizons. Vol.3, No.1. pp. 46-64. (1995)

Brittenden, J., and others. "Nutritional Pharmacology: Effect of L-Arginine on Host Defences, Response to Trauma and Tumour Growth." Clinical Science. Vol. 86. p.123-132. (1994)

Barbul, Adrian, and others. "Arginine Enhances Wound Healing and Lymphocyte Immune Responses in Humans." Surgery. vol. 108, pp. 331-337, (August, 1990.)

Daly, John, and others. "Immune and Metabolic Effects of Arginine in the Surgical Patient." Annals of Surgery. vol. 208 No.4. pp. 512-523. (October, 1988)

Daly, John, and others. "Enteral Nutrition with Supplemental Arginine, RNA, and omega-3 Fatty Acids in Patients After Operation: Immunologic, metabolic, and clinical outcome." Surgery. Vol. 112. pp. 56-67. (July, 1992)

Kirk, Stephen J., and others. "Arginine Stimulates Wound Healing and immune Function in Elderly Human Beings." Surgery. Vol. 114, No.2. pp. 155-160. (1993)

Das Kleingedruckte: Die Autorin hat diese Informationen sorgfältig zusammengestellt; sie übernimmt jedoch keine Gewähr für deren Aktualität, Korrektheit und Vollständigkeit. Die Autorin übernimmt keine Haftung für die Nutzung oder Nichtnutzung der Informationen bzw. für Schäden, die durch den mittelbaren oder unmittelbaren Gebrauch der Informationen entstehen. Die Informationen sind weder Ersatz für eine professionelle Beratung/Behandlung durch approbierte Ärzte, noch dürfen aufgrund der Informationen eigenständig Diagnosen und Therapien begonnen oder abgesetzt werden.
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Dienstag, 27. Juli 2010

Neue Versuche, Lyme-Borreliose umzudefinieren?

Vor einiger Zeit wandte sich die US-amerikanische Patientenorganisation Lyme Disease Association (LDA) mit einem Brief an die Senatoren des US-Bundesstaats New Jersey, um gegen ein dort geplantes „Center of Excellence“ zu protestieren.

Hintergrund des Protests: Im geplanten „Exzellenz-Zentrum“ soll zu chronischen "neuro-endokrinen Immunstörungen" geforscht und neue Diagnose- und Therapieoptionen entwickelt werden. Das scheint zunächst einmal löblich, macht jedoch stutzig, wenn man liest, welche Krankheiten bzw. Beschwerdebilder dort den „neuro-endokrinen Immunstörungen" zugeordnet werden. Als da sind:

  • Chronisches Müdigkeitssyndrom (CFS)
  • Fibromyalgie
  • Golfkriegssyndrom
  • Lyme-Borreliose
  • multiple Empfindlichkeitsstörungen (gegen Chemikalien etc.) sowie weitere Umwelterkrankungen

Hintergrund: Seit Jahren ist eine internationale Arbeitsgruppe von CFS-Forschern, Ärzten und Patientenvertretern bemüht, einen neuen Namen für das „chronische Müdigkeitssyndrom“, zu finden. Diskutiert wird hierbei die Bezeichnung „neuroendocrine immune disorder“ (= neuro-endokrine Immunstörung). Und offensichtlich, wenn man schon mal dabei ist, packt man unter diese obskure Immunstörung gleich noch eine Handvoll anderer Syndrome.

Doch ist es wissenschaftlich und medizinisch korrekt, die Lyme-Borreliose als eine neuro-endokrine Immunstörung zu bezeichnen? Sicher ist, die Lyme-Borreliose ist definitiv kein "Syndrom", also ein Krankheitsbild mit unklarer Ätiologie.

Könnte die Bezeichnung "neuro-endokrine Immunstörung" nicht eher Borreliosepatienten und den sie behandelnden Ärzten einen Bärendienst erweisen? Nicht umsonst führt die LDA an, dass ein Patient, der unter Husten leidet, differenziert behandelt wird, je nachdem, ob sein Husten durch Lungenkrebs, Tuberkulose oder eine Erkältung verursacht wird. Sollten Therapien nicht in erster Linie auf die Ursachen der Erkrankung zielen – soweit sie bekannt sind, und nicht allein auf die Symptome? Oder, um bei diesem Beispiel zu bleiben, sprechen wir bei Tuberkulose demnächst von einem „chronischen Hustensyndrom“ oder bei Morbus Alzheimer vom „chronischen Vergesslichkeitssyndrom“?

Fakt ist: Die Lyme-Borreliose ist kein „Syndrom“ - das verursachende Pathogen der Lyme-Borreliose, Borrelia burgdorferi, ist seit Jahrzehnten bekannt; gleiches gilt für Diagnose- und Therapiemöglichkeiten dieser komplexen, bakteriellen Infektion. Alles Andere würde den zigtausend Studien widersprechen, in denen mit Mäusen, Hunden und Primaten das Lyme-Borreliose verursachende Pathogen erforscht und beschrieben wird. Man darf somit gespannt die weitere Entwicklung des geplanten Exzellenz-Zentrums und seiner Forschung, insbesondere zur Lyme-Borreliose, verfolgen.

Donnerstag, 22. Juli 2010

Besorgniserregende Entwicklung - Lyme-Borreliose in den Niederlanden

Die niederländische Patientenorganisation sammelte mehr als 65.000 Unterschriften, um die Regierung bezüglich Lyme-Borreliose zum Handeln aufzufordern und diese Infektion endlich auf die parlamentarische Agenda zu setzen.

In ihrer Petition fordern sie, die Fortbildung der Ärzte zu verbessern, wenn es um die Diagnose der Lyme-Borreliose geht, darüber hinaus soll es Borreliosezentren geben und eine verstärkte Information der Öffentlichkeit über die Gefahren von Zeckenstichen.

Insbesondere auf dem Land, so das Ergebnis einer Untersuchung der Wageningen Universität, sind 25 % der Zecken mit Borrelia burgdorferi infiziert, deutlich mehr als die durchschnittlichen 10 % in Europa. Die Patientenorganisation geht davon aus, dass gegenwärtig mehr als eine halbe Million Menschen in den Niederlanden jedes Jahr an Borreliose erkranken. Bei vielen wird die rechtzeitige Diagnose verpasst. Mehr...

Samstag, 17. Juli 2010

Gestern beim Arzt...

Seit Monaten ist mein linkes Fingergelenk (kleiner Finger) geschwollen und schmerzt. Besonders beim Klavierspielen ist das inzwischen hinderlich und so schrieb meine Ärztin "Lyme-Arthritis" auf die Überweisung, die mich zum Radiologen brachte. Eine Radiosynoviorthese sollte erwogen werden.
Nachdem ich mich mit diesem Wort bereits bei der Terminfindung am Telefon verhaspelte (na, wer von Euch kann "Radiosynoviorthese" 3 x ganz schnell hintereinander sagen, ohne sich zu versprechen?) - wurde gestern ein Gelenk- bzw. Knochszintigramm angefertigt.
Man spritzte mir ein Radionuklid und dann wurden meine Knochen mit einer Gammakamera aufgenommen. Ich habe nun hübsche Ganzkörperbilder von mir, mit der ich mich jeder Geisterbahn empfehlen kann, falls ich mich beruflich mal umorientieren möchte. Aber das nur am Rande...
Warum ich das schreibe?
Eine Bemerkung des Arztes fand ich erstaunlich. Als er meine Bilder durchsah, sprachen wir über Lyme-Borreliose. Und er sagte u. a. : "Tja, das wird man ja nicht mehr los. Damit hat man Spaß für den Rest seines Lebens. Aber, man kann versuchen, die Sache zu kontrollieren." Er fragte noch, bei wem ich in Behandlung sei, wie mein Antibiose-Schema ausgesehen habe etc. und endete mit:"Na ja, da muss man halt immer wieder Antibiotika geben."
Und: "Wir haben ja viele Fälle hier." (Er meinte wohl zur Untersuchung in seiner Praxis).

Das alles traf meine eigene Sichtweise sehr gut. Auch ich glaube nicht, dass man diesen trickreichen Verwandlungskünstler je wieder los wird. Und natürlich wissen wir, dass die Borreliose nahezu eine Volksseuche ist. Wer weiß, wieviele "Fälle" der Nuklearmediziner wg. Lyme-Arthritis täglich in seinen Untersuchungsräumen sieht? Offenbar ist ihm aber auch klar, dass es mit einer einmaligen Antibiose oft nicht getan ist. Ansichten eines Nuklearmediziners - das alles fand ich doch interessant.

Er schlug übrigens vor, keine Radiosynoviorthese durchzuführen, da keine Schäden erkennbar seien - auch wenn das Gelenk rot und geschwollen ist. Nun muss ich mir wohl eine andere Ausrede ausdenken, wenn meine Klavierlehrerin mal wieder der Meinung ist, ich hätte zu wenig geübt... auf den kleinen Finger kann ich's nicht mehr schieben ;-)

Freitag, 9. Juli 2010

CDC, NIH, IDSA - alle in einen Sack; man trifft garantiert immer die Richtigen

Nachdem die IDSA mit einem von ihr selbst zusammengestellten Gremium befand, dass die IDSA-Leitlinien nicht neu geschrieben werden müssen (überrascht uns das?),, beeilte sich die US-amerikanische Seuchenbehörde CDC (Centers of Disease Control) dies allen zu verkünden und unterstützte die IDSA bei der Vorbereitung für einen Online-Kurs über die Diagnostik und Therapie der Lyme-Borreliose, der auch für ein "besseres Verständnis der IDSA-Leitlinien" sorgen soll. Laut Gesetz soll nun zwar eine Übersicht bezüglich des wissenschaftlichen Status zur Lyme-Borreliose durch ein "unabhängiges Gremium" erfolgen; doch man muss auch mal Fünfe gerade sein lassen, gell?
Die NIH (National Institutes of Health) übergaben diese Aufgabe nämlich dem Institute of Medicine. Letzteres besteht zum größten Teil aus IDSA-Mitgliedern (4 von 6 sind IDSA-Mitglieder) und man lud geschwind zum Workshop und zu einer Konferenz über "Lyme Disease and other tick-borne diseases: The state of Science". Weiteres: http://www.iom.edu/Activities/Disease/TickBorne/2010-APR-29.aspx

Freitag, 2. Juli 2010

IDSA Online-Kurs - wer benötigt noch Weiterbildungspunkte zur Lyme-Borreliose?

Die IDSA hat's eilig und bietet nun ihren Online-Fallstudienkurs zur Behandlung und Prävention der Lyme-Borreliose an. Der interaktive Kurs besteht aus einer Reihe von Fallstudien und - wen wundert's - basiert auf den IDSA Leitlinien zur Diagnostik und Therapie der Lyme-Borreliose einschl. der HGA (Ehrlichiose) und Babesiose.
Die Fallstudien, so heißt es, wurden im Hinblick auf eine gute Diagnose und Therapie der Borreliose ausgewählt. Sie vermitteln auch die Gelegenheit, die IDSA-Leitlinien besser zu verstehen. (Hört, hört!) Unterstützt wurde die IDSA dabei von der CDC (Centers of Disease Control). Guckst Du hier: http://www.cdc.gov/ncidod/dvbid/lyme/ld_clinicians.htm
Die Fallbeschreibungen wurden von Experten geschrieben, die teilweise auch Autoren der Leitlinien sind. Für jeden Fall gibt es 25 CME-Punkte, für die der lernende Mediziner bei mindestens 4 von 6 Fällen mit einem Score von 70% und mehr richtigen Antworten erreichen muss.

Damit die IDSA ihre Glaubenssätze auch bei Nicht-Medizinern verbreiten kann, können auch Nicht-Mediziner diesen Kurs absolvieren; sie erhalten darüber eine Bescheinigung. Genial, oder? Gekonnte medizinische Landschaftspflege - IDSA-Gleichschaltung sozusagen.

Die Lernziele des Online-Kurses:
  • Einschätzung und Diagnose der Lyme-Borreliose
  • Anwendung einer wirksamen Therapie, um Lyme-Borreliose zu behandeln
  • Übersicht und Interpretation der IDSA-Leitlinien
Alles Weitere ist hier nachzulesen: http://lymecourse.idsociety.org/

Donnerstag, 24. Juni 2010

Wenn Ärzte in schlechter Stimmung sind...

Eine Studie (http://www.sciencedaily.com/releases/2010/01/100111102521.htm) ergab, dass die Qualität der Arzt-Patient-Beziehung im Augenblick der Sprechstunde beträchtlich durch die gute oder schlechte Laune des Arztes beeinflusst wird.

Dabei geht es nicht um eine brummige Bemerkung oder Ähnliches sondern um gravierende Aktivitäten wie das Verschreibungs- und Überweisungsverhalten, Umfang der Diagnostik etc.

Eine Befragung von 188 Hausärzten in Israel zeigte, dass müde, gestresste oder ängstliche Mediziner deutlich dazu tendieren, weniger mit dem Patienten zu sprechen, ihm mehr und unnötige Medikamente verordnen und ihn eher zu einem Spezialisten überweisen. Je ausgebrannter der Arzt, desto mehr wird sein medizinisches Handeln durch seine Emotionen beeinflusst bzw. beeinträchtigt.

Das zeigt wieder, dass ein Arztbesuch ähnlich gut vorbereitet werden sollte, wie das Bewerbungsgespräch, wenn es um einen neuen Job geht. Also, Symptomliste schreiben, einschl. der Daten, wann, welche Symptome in welcher Intensität bemerkt wurden, dazu noch eine Liste aller verschreibungspflichtigen und nicht-verschreibungspflichtigen Präparate, die man einnimmt. Das Ganze um die Liste der Fragen ergänzen, die man unbedingt stellen möchte. Vor allem jedoch: Möglichst nicht die Praxis verlassen, bevor man nicht eindeutig verstanden hat, was der Mediziner als Diagnose, Erklärungen, Therapievorschläge etc. gesagt hat. Warum verschreibt er dieses oder jenes Medikament? Welche Nebenwirkungen können auftreten? Ab wann sollte man sich dann besser fühlen und was, wenn nicht?

Das alles in den wenigen Minuten, die einem als Kassenpatient heute vergönnt sind (der Begriff Sprechstunde scheint von einem Zyniker erfunden worden zu sein). Und keine Angst: Ja, vielleicht macht man sich mit einem solchen Verhalten nicht gerade beliebt, aber muss einen der Arzt liebhaben oder müssen wir mit dem Gefühl die Praxis verlassen, dass wir einigermaßen wissen, wie es nun weitergehen wird/soll?

Samstag, 19. Juni 2010

Die nächste Antibiotikageneration? Wie Bakterien miteinander kommunizieren

Ich bin auf dieses Video gestoßen, in dem eine Wissenschaftlerin sehr anschaulich erklärt, wie Bakterien miteinander kommunizieren und woraus sich vielleicht die nächste Antibiotikageneration speisen lässt. Das Grundprinzip ist hochinteressant!
Achtung! Man muss kein Englisch-Crack sein, um den Vortrag verstehen zu können. Es lassen sich deutsche Untertitel einblenden. Einfach auf "Subtitle" klicken und aus der dann gegebenen Auswahl "German" anklicken.

Hier geht's zum Vortrag: http://www.ted.com/talks/bonnie_bassler_on_how_bacteria_communicate.html

Montag, 14. Juni 2010

Aus dem Urlaub zurück...


Wieder aus dem Urlaub zurück. Inzwischen sind Wäsche (nein, das Bild rechts zeigt nicht unseren Keller), E-Mails, Briefe, Zeitungen und Termine zu einem beängstigenden Berg gewachsen, der - neben der Arbeit - schleunigst wieder abgetragen werden muss. Der Urlaub war jedenfalls wundervoll und lang; wir wussten oft schon nicht mehr, welchen Tag wir gerade hatten. Ein deutliches Zeichen dafür, dass wir total abgeschaltet hatten.

Doch nun heißt es wieder: Umschalten auf den "Alltag-Funktionsmodus" ;-)

Während des Urlaubs hatte ich übrigens zwischendurch mal erste zarte Symptome, die ich jedoch mit einer Antibiotika-Kombi (5 Tage lang eingenommen) wieder in die Schranken weisen konnte. Danach war Ruhe. Ansonsten keine Probleme, obwohl wir sehr viele mehrstündige anstrengende Bergwanderungen machten und dabei sogar Schneefelder überqueren und gut "Höhenmeter machen" mussten.

Nun zu etwas Anderem:
Bereits des Öfteren habe ich mich gewundert, wie wenig investigativ das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL" über verschiedene Gesundheits- und Pharmathemen berichtet bzw. eben "nicht" berichtet. Diese Meldung hier ist zwar vom letzten Jahr, erklärt aber möglicherweise, warum man im SPIEGEL bislang auch nie etwas über die skandalösen Zustände rund um die chronische Borreliose liest: http://www.spiegelblog.net/schonraum-die-gesundheitsbranche-ist-dem-spiegel-erneut-keine-meldung-wert.html

Mittwoch, 12. Mai 2010

Schafe, Regen, Einsamkeit. Kurzum: Urlaub!

All meinen treuen Leser/-innen kurz zur Info:
Ich kann erst im Juni wieder bloggen; in der Zwischenzeit werde ich im Norden Europas vermutlich ziemlich "offline" sein. Wir Wanderfreaks freuen uns darauf, mit unserem alten Hundemädchen "Luna", die hier zu sehen ist, mal wieder Hochebenen und Berge zu erobern. So packen die einen für ihren Sommerurlaub ihre Badesachen, während andere seltsame Zeitgenossen ihre Taschen mit Fleecepullis, Regenjacke und Thermohosen befüllen. Ist vermutlich ein Gendefekt oder so... ;-)
(Doch wenn ich nicht erfroren bin, dann blogge ich noch weiter...)

Bis dahin, Euch allen eine gute Zeit! :-)

Freitag, 7. Mai 2010

Hasenpest durch Zecken - wenig gemeldet, doch hohe Dunkelziffer

Der Erreger ist unbeweglich und kann sich auch in Körperzellen vermehren. Er bildet keine Sporen, kann aber trotzdem in der Umwelt bei günstigen Bedingungen monatelang überdauern. Er kann höchst unterschiedliche Symptome verursachen und in seltenen Fällen zum Tod führen: das Bakterium Francisella tularensis verursacht Tularämie, auch Hasenpest genannt. Obwohl eine meldepflichtige Erkrankung, werden in Deutschland vergleichsweise wenige Erkrankungsfälle beim Menschen registriert; Studien weisen aber auf eine hohe Dunkelziffer hin. In Deutschland wurden teilweise bei bis zu zwei Prozent der untersuchten Personen solche Antikörper gefunden. Das RKI hat dazu im Herbst vergangenen Jahres eine Konferenz abgehalten. In der Pressemeldung heißt es weiter: Tularämie ist im Tierreich weit verbreitet, der Erreger konnte bisher in über 250 Tierarten nachgewiesen werden. Infektionsquellen für Erkrankungen von Menschen sind Wildtiere wie Kaninchen, Hasen oder Nagetiere, aber auch zum Beispiel Zecken.

Es werden ja auch selten Babesien- oder Ehrlichien-Erkrankungen gemeldet, was also rein gar nichts über ihre wahre Verbreitung aussagt...

Sonntag, 2. Mai 2010

Ein Borrelia burgdorferi-Klon könnte für die steigenden Erkrankungszahlen verantwortlich sein...

Am Sony Brook Universitätskrankenhaus entdeckten Benjamin Luft und seine Kollegen einen bestimmten Klon von Borrelia burgdorferi, den sie als Ursache für die steigenden Erkrankungszahlen der vergangenenen 20 Jahre betrachten. Dieser Stamm, OspC-A ist sowohl in Europa als auch in Nordamerika heimisch. Dr. Luft testete u. a . 68 Borrelia burgdorferi-Isolate aus Europa und Nordamerika - der OspC-A-Klon war am weitesten verbreitet, überaus virulent und pathogen und die DNA war in beiden Kontinenten diesselbe. Weitere Infos hier:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18598631

Montag, 26. April 2010

Dr. Steere erhielt mehr als 10.000 US-Dollar von Novartis....

Wo wir uns doch gerade mal wieder ganz heftig über die IDSA und ihre Leitlinienautoren ärgern: Schon gewusst? Dr. Allen C. Steere erhielt über 10.000 US Dollar von Novartis. Guckst Du hier: http://underourskin.com/blog/wp-content/uploads/2010/01/IDSA_Investigation_Timeline1.pdf
Novartis stellt das Schmerzmittel Prexige her, das gegen Arthritis verschrieben wird. Hallo? Man muss nicht Sherlock Holmes heißen, um sich zusammenreimen zu können, dass Novartis wohl ein großes Interesse daran hat, weiterhin den Bedarf nach Schmerzmitteln aufrecht zu erhalten, als dass Ärzte die Ursachen einer Lyme-Arthritis adäquat behandeln und damit ggf. die Schmerzen zum Verschwinden zu bringen, gell?

Die finanziellen Verflechtungen unseres Dr. Wormser:
Berater für den Impfstoff LYMErix für die Firma Baxter, GlaxoSmithKline
Forschungsunterstützung für Impfstoff-kompatible C6 ELISA-Tests
Bio-Rad gab ihm Borreliosetest-Forschungsgelder,
Für Biopeptide, eine Firma, die OspA-Diagnostik-Kits herstellt, war er Berater
Er erhielt für Vorträge Geld von Merck, Astra Zeneca und Pfizer.
Er führte die Impfstoff-Studien für den Connaught Impfstoff Imulyme durch, 1,5 Millionen US-Dollar für 2 Jahre!

Und nochmal unser Dr. Steere:
Berater für den Europäischen OspA-Impfstoff.
Berater für Baxter wg. Impfstoff
Vorträge für Novartis über Lyme Arthritis Schmerzmittel
Von der Firma Viramed erhielt er Forschungsgelder für Borreliose-Test-Kits
Er war der Studienleiter bei SmithKline für deren Impfstoff.
Er beriet Connaught wg. des Impfstoffs.
Er beriet MedImmune wg. des Impfstoffs.
Er beriet Imugen wg. Westernblot-Tests ohne OspA.

Will diese Welt betrogen sein?

Freitag, 23. April 2010

Viel Lärm um Nichts... an den IDSA-Leitlinien hat sich nichts geändert...

Gestern rückte die IDSA endlich mit dem vom Review-Gremium überarbeiteten offiziellen Bericht heraus. Wie zu erwarten, ändert sich schlichtweg nichts. Ich wollte mich nicht durch die vielen Seiten des "Nichts-ändert-sich-Papiers" arbeiten und habe daher den Umweg über die Zusammenfassung der CALDA genommen.

Es war kaum anders zu erwarten gewesen. Das Review-Gremium war von der IDSA zusammengestellt bzw. aufgrund der von ihnen vorgegebenen Kriterien vorselektiert worden. Es war ja kein unabhängiges Gremium.

Nun kann man gespannt sein, was die US-Patientenorganisationen unternehmen werden. Und was macht Mr. Blumenthal?

Ich halte Euch auf dem Laufenden. Versprochen!