Mittwoch, 26. August 2009

Nachtrag zu den Untersuchungen des Justizministeriums von Connecticut

Ich möchte heute noch ein paar Details zu den Interessenskonflikten der US-Leitlinien-Kommission nachtragen. Diese Kommissionsmitglieder formulierten medizinische Leitlinien zur Diagnose und Therapie der Lyme-Borreliose, welche unterlassener Hilfeleistung für alle Borreliosepatienten gleichkommt. Hunderttausende litten und leiden immer noch unnötig, weil sie aufgrund dieser Lei(d)linien gar nicht oder völlig unzureichend behandelt wurden und werden!

Nach Meinung der renommierten US-Wissenschaftsjournalistin Pamela Weintraub, hatten die Autoren der Leitlinien eine Menge zu verlieren:
Unter anderem erhielten sie Zahlungen für Medizinpatente im Zusammenhang mit Lyme-Borreliose sowie Forschungsgelder, Zuwendungen für medizinische Gutachten für Versicherungsgesellschaften (die aufgrund dieser Gutachten keine Langzeitantibiose finanzieren mussten; auch wenn diese nötig gewesen wäre). Die Versicherungsunternehmen konnten somit erfolgreich alle Ansprüche der Versicherten zurückweisen. Alleine 9 der 14 Leitlinien-Autoren wurden von Impfstoffherstellern für die Produktion von Testkits bezahlt; Produkte, die - so Weintraub - weiterhin Profit abwerfen, wenn die Definition von Lyme-Borreliose so bleibt, wie sie ist.

Wie sich das alles mit dem Anspruch der IDSA verträgt, eine Non-profit-Organisation zu sein, bleibt dahingestellt. Zynisch ließ die IDSA erklären, ihre Ärzte könnten ja wohl kaum von den Kurzzeit-Antibiosen, die sie verschrieben, finanziell profitieren. Nein, von diesen Kurztherapien sicher nicht, aber von allem Anderen, was verschwiegen wurde!

Bild: Paul Gauguin: Eva, hör nicht auf die Lügner!