Mittwoch, 19. August 2009

Veröffentlichung im Kölner Stadt-Anzeiger - Immer mehr Borreliose-Fälle in NRW

Zunächst einmal:
auf diesem Bild (Quelle: Wikimedia Commons, Photo: André Karwath) sieht man, warum es ungemein schwer ist, eine Zecke an sich zu entdecken. Selbst genaues Absuchen hilft bei diesen Winzlingen oft nicht.

Doch nun zu dem Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger: Die Techniker Krankenkasse schätzt, dass sich jedes Jahr allein in NRW 100.000 Menschen mit Borreliose infizieren. 10.000 Versicherte gingen in NRW im Jahr 2008 wg. Borreliose zum Arzt, so die Krankenkasse.

Das ist insofern interessant, als das Robert-Koch-Institut seit vielen Jahren anfragenden Journalisten eine Uralt-Zahl zur Infektionshäufigkeit auftischt. Unverdrossen behauptet das RKI, dass sich ca. 60.000 - 100.000 Menschen pro Jahr im gesamten Bundesgebiet (sic!) mit Borreliose infizieren. Diese Zahlen geistern dann durch zahlreiche Medien und dienen der gezielten Verharmlosung.

Es wird höchste Zeit für eine bundesweite Meldepflicht, damit dieses Rätseln, Schätzen, Vermuten und Hochrechnen endlich aufhört. Doch die politisch Verantwortlichen scheinen gute Gründe zu haben, warum sie das wahre Ausmaß dieser Volksseuche lieber nicht offiziell erfasst wissen wollen. Liefe man doch Gefahr, dass die breite Öffentlichkeit nach einem Impfstoff, einer zuverlässigen Diagnostik oder gar einer garantiert wirksamen Therapie verlangte. Und all dies gibt es bei der Borreliose immer noch nicht.