Mittwoch, 15. Juli 2009

Skandal um die chronische Borreliose!

Sogar der WDR widmete den skandalösen Bedingungen, unter denen chronisch an Borreliose Erkrankte bei Ärzten um eine Therapie kämpfen müssen, einen Filmbeitrag. Korrupte Ärzte, kriminelle Leitlinienkommissionen und hilflos leidende Patienten, denen man eine wirkungsvolle Behandlung versagt. Das alles ist in der breiten Öffentlichkeit nicht bekannt, auch wenn hunderttausende von Patienten und deren Angehörige betroffen sind.

Dienstag, 14. Juli 2009

Aktueller Beitrag des NDR - Borreliose

Hier ein ganz frischer, kurzer NDR-Beitrag über die verschwiegene Epidemie!

Teil 2 der Serie. Die häufigste und tückischste zeckenübertragene Infektion: Lyme-Borreliose


Ich wollte heute über die vielen verschiedenen Infektionen schreiben, die man sich mit einem einzigen Zeckenstich "fangen" kann. Den Anfang mache ich heute mit der häufigsten, schwerwiegensten und gleichzeitig tückischsten Infektion: der Borreliose, genauer Lyme-Borreliose.

Wenn man die Diagnose "chronische Borreliose" erhält, gerät man in eine neue Welt. Eine Welt, in der die eigene Familie oder die Freunde nicht leben. Von nun an, wird man Kopfschütteln ernten, wenn man klagt, dass es schwierig ist, einen Arzt zu finden, der sich mit dieser komplexen Erkrankung auskennt. Man wird Stirnrunzeln erleben, wenn man erzählt, dass es bis heute - mehr als 30 Jahre nach Entdeckung des Erregers - weder eine zuverlässige Diagnostik, noch eine sicher zur Heilung führende Therapie gibt - geschweige denn einen Impfstoff.
Während Erkrankte mit allgemein "bekannten" Krankheiten wie Krebs oder Diabetes Zuspruch und Hilfe erfahren, bleibt ein chronisch an Borreliose Erkrankter für sich und seine Umwelt ein Rätsel. Ärzte halten die oft diffusen Symptome (allgemeine Abgeschlagenheit, enorme Erschöpfung, Schweißausbrüche u.v.m.) häufig für "psychosomatisch"-induziert. Da die Symptome schnell wechseln können und der Patient immer wieder gute, symptomärmere Tage erlebt, bevor sich sein Zustand wieder weiter verschlechtert, wird er häufig auch für sein Umfeld zu einem Rätsel. Einen Tag scheint es einem gut zu gehen, am anderen Tag plagen einen heftige Schmerzen im Knie oder in der Schulter. Am übernächsten hat man wieder enorme Konzentrationsprobleme, Wortfindungsstörungen und wacht nachts schweißüberströmt auf. Dann sind es auf einmal Taubheitsgefühle in den Armen (wie "eingeschlafen") und man fühlt sich "dauer-erkältet" oder leidet unter Atemnot. Klingeln im Ohr, Sehstörungen und vieles mehr begleiten den "Borrelianer" - mal nur minutenlang, dann vielleicht stundenlang, dann über Tage oder Wochen gar nicht, bevor alles wiederkommt. Wie kann man das seinem Arzt, seinen Freunden, seinem Umfeld verständlich machen? Vor allem aber - bevor die Diagnose steht, verzweifeln viele, denn das, was an Veränderungen vor sich geht, hat für viele Menschen lange Zeit keinen Namen, bleibt unerklärlich und doch so beeinträchtigend.

Die Borreliose ist eine sogenannte multisystemische Erkrankung. Das bedeutet, sie kann jedes Organ und jedes Körpersystem befallen, dort Entzündungen auslösen und zu irreversiblen Schäden führen. Entsprechend bunt und vielfältig zeigen sich die Symptome, von denen ich nachfolgend die häufigsten aufführen möchte - in Anlehnung an Dr. Sam Donta, an Dr. Burrascano und ohne Anspruch auf Vollständigkeit!

Mehr als die Hälfte der Infizierten hat leider nicht das Glück, eine Hautrötung oder Wanderröte zu entwickeln. Das ist ein Symptom, das als "typisch" für eine Borrelieninfektion gilt, ein Symptom, das die Ärzte erkennen und die Chancen auf eine adäquate Behandlung steigen lässt. Doch statt der bekannten Wanderröte fängt es bei vielen mit folgenden Symptomen an:
  • Halsschmerzen
  • "Erkältung"
  • Nasennebenhöhlenentzündung
  • Kopf- und Nackenschmerzen, Nackensteife
  • Konzentrationsprobleme
  • Schwindelattacken
  • Sehstörungen, Verschwommen-Sehen
  • Hörstörungen, Klingeln im Ohr oder plötzlicher Hörverlust auf einem Ohr
  • starke Müdigkeit, Erschöpfung
  • unproduktiver Husten mit Atemnot
  • Kurzatmigkeit
  • unerklärliche Zahn- und Kieferschmerzen
  • unerklärlich gerötete, trockene, brennende Augen
  • allgemeines Krankheitsgefühl
Es können auch nur einige dieser Symptome auftreten! Die Symptome können wieder verschwinden und nach Wochen oder Monaten wiederkommen. In der Regel häufen sie sich im weiteren Verlauf der Infektion. Es kommt später zu plötzlich einschießenden Muskel- und/oder Gelenkschmerzen oder Gelenkschwellungen.

Nun wechselt der gepeinigte Patient vom - häufig ratlosen - Hausarzt ("Sommergrippe") - zum Orthopäden oder Rheumatologen. Auch hier kommt man der Ursache oft nicht auf die Spur, stattdessen erhalten "Borrelianer" nun Diagnosen wie Rheuma, Arthritis, Fibromyalgie, Bandscheibenvorfall, Ischias oder Chronisches Müdigkeitssyndrom. Achtung! Wer jetzt großzügig mit Cortison "versorgt" wird, dessen Zustand wird sich umso schneller verschlechtern!

Der Kranke entwickelt im Verlauf der Krankheit weitere, neurologische Symptome, da das zentrale Nervensystem betroffen ist. Hier eine Auswahl - wie gesagt, Patienten bekommen nicht immer "alle" Symptome, aber einige "typische" sind in dieser Auswahl dabei:
  • Seh- und Hörstörungen
  • Blendempfindlichkeit
  • Geräuschempfindlichkeit
  • Schwindel
  • Parästhesien/ Missempfindungen (Kribbeln, Ameisenlaufen, Brennen in den Extremitäten oder elektroschockähnlich...)
  • Nervenfunktionsstörungen der Arme und Beine/ Neuropathie oder Polyneuropathie
  • kognitive Störungen
  • Angstzustände, ja Panikgefühle
  • depressive Stimmungsschwankungen
  • ständig erhöhte Temperatur
  • "Rippen-brennen"
  • Gleichgewichtsstörungen
Nun werden die Patienten oft zum Neurologen geschickt. Auch dort wird man nichts Auffälliges finden und ggf. eine Liquorentnahme anregen. Leider hat es sich noch nicht allzu weit herumgesprochen, dass gerade nach Monaten einer unbehandelten Borrelieninfektion kaum ein typisch veränderter Liquor nachzuweisen ist.
An alle Medizinier an dieser Stelle: Bitte hierzu mal bei den auf Borreliose spezialisierten Kollegen der
Deutschen Borreliosegesellschaft schlau machen! Selbst das Robert-Koch-Institut bestätigt, dass bei einer klinisch eindeutigen Neuroborreliose in der Mehrzahl der Fälle nicht die derzeit geforderten typischen Liquorveränderungen vorliegen (Epidemiologisches Bulletin 38/2007 - Studie mit 799 klinisch sicher diagnostizierte Neuroborreliosen - nur 5 % (sic!!!) wiesen die Borreliose-Antikörperbildung oder eine positive Borrelien-PCR auf).

Wer Pech hat, geht nun mit der Diagnose Multiple Sklerose nach Hause; andere glauben, es mit einem Karpaltunnelsyndrom zu tun zu haben. Doch es geht weiter. Inzwischen fühlt man sich überhaupt nicht mehr leistungsfähig. Die starke Müdigkeit kann durch keinen ausreichenden Nachtschlaf mehr vertrieben werden.
Hinzu können noch weitere Beschwerden kommen:
  • Herzstolpern
  • Herzrasen
  • diffuse Bauchschmerzen
  • leichte Übelkeit
  • unerklärliche Magen-Darmprobleme
  • unklare Leberwerterhöhungen
  • unerklärlicher Harndrang
Eine chronische, d. h. noch-aktive Borreliose zeichnet sich durch ein buntes Durcheinander an wechselnden Symptomen aus, die alle nebeneinander auftreten können und den Erkrankten stark beeinträchtigen.

Die Beschwerden können Wochen, Monate oder sogar Jahre nach einem Zeckenstich auftreten und sich erst langsam, über eine lange Zeit hinweg entwickeln. Bei manchen "bricht" die Borreliose plötzlich aus, nachdem das Immunsystem wg. einer anderen Erkrankung, oder einer OP oder einer schweren Belastungssituation "überfordert" ist. Das Wichtigste aber: Eine chronische Borreliose kann sich trotz anfänglicher Antibiotika-Gabe entwickeln. Lassen Sie sich also von ihrem Arzt nicht sagen, dass nach einer dreiwöchigen Gabe von z. B. Doxycylin eine Borreliose unwahrscheinlich ist und diese "längst ausgeheilt" sein müsse!

Borrelien haben zahlreiche "Tricks" auf Lager, um in dem jeweiligen Wirtsorganismus zu überleben. Man beachte: Borrelien überleben in einer Maus oder Ratte genauso wie in Vögeln, Rehen, Kühen oder Menschen!
Borrelien können sich bereits sehr früh in schwer zugängliches Körpergewebe zurückziehen, selbst wenn Antibiotika gegeben werden. Sobald das Milieu für sie wieder günstig ist (kein Antibiotikum mehr), werden sie wieder stoffwechsel- und teilungsaktiv. Gerade durch die frühe und meist zu kurze Antibiotikagabe wird die Antikörperbildung geschwächt; das gilt insbesondere auch für die Gabe von Immunsuppressiva wie Cortison. Die Immunreaktion des Körper ist dann so schwach ausgeprägt, dass nicht genug Antikörper gegen Borrelien nachgewiesen werden und voilá: "Sie haben gar keine Borreliose!"

Für alle, die einen leisen "Borreliose-Verdacht" hegen, sich jedoch an keinen Zeckenstich oder an eine Wanderröte erinnern und die beim Arzt nicht weiterkommen:
  1. Borreliose ist eine klinische Diagnose! Das bedeutet: anhand der Symptomatik ist die Diagnose zu stellen und nicht aufgrund von wenig aussagekräftigen Liquorbefunden und Antikörperzählungen!!!
  2. Aufschreiben! Seit wann bestehen die Symptome? Sind sie das erste mal nach einer Impfung, OP, schweren Infektion o. ä. aufgetreten? Welche sind es?
  3. Treten die Symptome in Schüben auf?
  4. Zeigt der Immunoblot/Westernblot spezifische Banden? (Hierzu im Laufe der Zeit mehr...)
  5. Welche Stimulierungsindizes zeigt der LTT?
  6. Eine Liquorentnahme ist oft wenig aussagekräftig!!!!
  7. Macht Euch mal auf der Website des Deutschen Borreliose und FSME Bunds schlau. Dort gibt es auch eine Beratungshotline!
Borreliose-erfahrene Ärzte - ja, es gibt sie! - stellen fest, dass 2/3 ihrer Patienten nicht nur an Borreliose sondern an mehreren zeckenübertragenen Infektionen leiden, da die Zecke selbst oft mit noch vielen anderen humanpathogenen Erregern verseucht ist.
In den USA sagt man bereits, dass die sogenannten "Ko-Infektionen" nicht die Ausnahme sondern die Regel sind und den Verlauf der Borreliose erschweren. Hierzu nächstes Mal mehr!