Dienstag, 16. Juni 2009

FSME-ALARM!

Ich kann es nicht mehr hören und lesen! In den bayerischen FSME-Gebieten gibt es also dieses Jahr bereits doppelt soviele Zecken wie im Jahr zuvor. Ganze 14 Fälle sind bereits gemeldet worden. Wir sprechen hier über eine Infektion, an der nur sehr wenige Menschen erkranken, aber für die die Impfstoffhersteller jedes Jahr die Medienbuschtrommel schlagen. Mit Erfolg! Viele Menschen glauben ernsthaft, dass die häufigste von Zecken übertragene Infektion die FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) sei. Von den Zigtausenden, die jedes Jahr durch einen Zeckenstich an Borreliose erkranken spricht kaum jemand. Leider gibt es keinen Impfstoff gegen Borreliose und daher bleibt auch Big-Pharma ganz ruhig.

Interessant wird's dann noch, wenn man die Kommentare zu diesem Artikel liest. Von ärztlicher Seite (Dr. Schwartz) ist immer wieder von einer "Borelliose" zu lesen... sie scheint ihm oder dem Redakteur dermaßen selten unterzukommen, dass diese Krankheit noch nicht einmal richtig geschrieben wird.

Immerhin scheint man beim "Report Mainz" (SWR) die Sache kritischer zu sehen. Zitat:
"Gerne hätten wir mit den Impfstoffherstellern ein Interview zu ihren Werbemethoden geführt. Doch die lehnen das ab. Schriftlich erklärt Novartis-Behring: „Weder durch die Filme noch durch die Fotos werden Ängste geschürt.“ Und bei Baxter versichert man uns: „Informatives und aufklärendes Bildmaterial könne sehr hilfreich sein“. Klingt gut, wären da nicht teilweise grobe Fehlinformationen in den Broschüren. Beispiel: Ein Comic der Firma Baxter. Am Ende steht die Botschaft: Lass Dich impfen, dann können die Zecken ruhig kommen. Das ist falsch. Denn die Impfung schützt nicht gegen die viel gefährlichere Zeckenkrankheit Borreliose.

Noch etwas in eigener Sache: Bitte kommentiert mal, ob die Posts zu lang geraten sind. Bin mir nicht sicher... Vielen Dank! :-) Links ist eine kleine Umfrage zu sehen - einfach mal klicken, ja? Danke!

Herzklopfen - ich starte meinen ersten Blog. Meinen Borreliose-Blog...

Wir sind Hunderttausende in Deutschland und unsere Zahl wächst und wächst. WIR, das sind Menschen, die unter zeckenübertragenen Erkrankungen leiden - die meisten von ihnen unter Lyme-Borreliose. Manche haben das "ganz große Los gezogen" und direkt eine "Doppelt- und Dreifachpackung" abbekommen. Sie wurden auch noch mit den sogenannten Co-Erregern infiziert. In ihrem Körper tummeln sich Babesien, Ehrlichien und/oder Bartonellen. Selbst Fälle von Tularämie (Hasenpest) werden inzwischen diagnostiziert. Bei vielen wird die Borreliose chronisch, da Ärzte in den entscheidenden ersten Wochen, in denen die Krankheit noch relativ problemlos ausgeheilt werden könnte, die Krankheit aufgrund der diffusen Symptomatik nicht diagnostizieren. Wenn dann nach Monaten oder Jahren die Diagnose steht, ist eine Heilung mehr als fraglich. Doch unsauber angelegte medizinische Studien suggerierten jahrelang, es gäbe gar keine chronische Borreliose. Pech für die Wirklichkeit - sozusagen, und für die Patienten, die prompt auch keine ursächliche Behandlung bekommen. Mehr über diesen Skandal ist hier nachzulesen.

FSME trifft nur relativ wenige Menschen - auch wenn die Medien, vermutlich durch die Impfhersteller gepusht, Anderes suggerieren. Zum Vergleich: Jedes Jahr erkranken - je nach Quelle - zwischen 100.000 und 250.000 Menschen neu an Lyme-Borreliose. Die durchschnittliche jährliche Erkrankungszahl an FSME-Infektionen liegt dagegen bei 300 Fällen pro Jahr.

Ich selbst kam im Oktober 2006, an einem Donnerstagmorgen, kaum aus dem Bett. 38,5° C Fieber, Husten, Schweißausbrüche... eine heftige Erkältung - weiter nichts, dachte ich. Nach zwei Wochen war ich Husten und Fieber los, lediglich die Nasennebenhöhlen waren "dicht", ich schwitzte nachts weiterhin mein Nachthemd durch und fühlte mich völlig erschöpft. Der Arzt verschrieb ein Antibiotikum für 7 Tage. Damit ging es ein paar Tage besser, danach wieder bergab. Nun hielt ich das Ganze für eine Nasennebenhöhlenentzündung, weiter nichts... Ich sollte mich irren!

In diesem Blog möchte ich so nach und nach meine Erfahrung mit dieser schleichend einsetzenden und zur Chronifizierung neigenden Erkrankung schildern - vor allem möchte ich andere Menschen einladen, Infos, Tipps, Kommentare, eigene Erfahrungen etc. hier zu posten und auszutauschen.

Ich gebe zu, dass ich die Gefahren eines Zeckenstichs für reichlich übertrieben hielt. Mir war nicht bewusst, dass Zecken zu den gefährlichsten Krankheitsüberträgern überhaupt gehören. Bis zu 50 verschiedene Krankheitserreger können durch einen Zeckenstich übertragen werden - unzählige Bakterien und Viren, ja sogar Nematoden sind inzwischen in der Diskussion. Es kann einem Angst und Bange werden...